Ausstellung „Honoré Daumier – Die menschliche Komödie“.

Honoré Daumier, Robert Macaire als Arzt, 1836, Handkolorierte Lithografie © Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Noch bis zum 5. Januar 2010 zeigt das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Kooperation mit der Sparkasse Siegen und dem Picasso Museum Münster die Ausstellung „Honoré Daumier – Die menschliche Komödie“.

Honoré Daumier (1808-1879) gilt als der humorvollste Chronist des modernen Massenzeitalters. Mit spitzer Feder beschreibt der Karikaturist Charaktere und ihre menschlichen Schwächen, die auch heute noch sehr aktuell sind. Der berühmte französische Schriftsteller Honoré Balzac gab ihm deshalb den ehrenvollen Beinamen „Michelangelo der Karikatur“. Weiterlesen →

Ausstellung des Kreuztaler Gymnasiums in der Stadtbibliothek

„Die anlässlich der beiden Festabende des Gymnasiums in der Turn- und Festhalle Buschhütten erarbeitete Ausstellung zu „50 Jahre Gymnasium in Kreuztal“ ist in die Stadtbibliothek Kreuztal gewandert. Im Foyer der Bibliothek werden auf 17 Tafeln Personen, Ereignisse und Entwicklungen aus der Schulgeschichte illustriert. Das Themenspektrum reicht von „Der Weg hin zur Errichtung der Schule 1969“, „Abitur 1978 und 2019 im Vergleich“, „Theaterwochen am FFG und SGK“, „Wandmalereien der Abiturjahrgänge“, „Schulfeste“, „Erfolge bei Wettbewerben“, „Soziales Engagement“ u.a.m. Eine Tafel beschäftigt sich auch mit der Debatte um den Schulnamen und der Umbenennung im November 2008″ [Anm. des Admin: von Friedrich-Flick-Gymnasium in Städtisches Gymnasium].
Die Ausstellung wird bis zum 10. Januar 2020 in der Stadtbibliothek zu sehen sein.
Quelle: Städtisches Gymnasium Kreuztal, Aktuelles, 21.11.2019

Siegener Forum: Schwanger oder nicht?

Das aktive Eingreifen des Herzogtums Westfalen zur Bestätigung der vermuteten Schwangerschaft der Fürstin Leopoldine von Nassau-Siegen im Jahr 1735

Nordostansicht auf das Obere Schloss im Jahr 1913. Stadtarchiv Siegen, Bestand 702, Fo 266.

In der kommenden Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 5. Dezember 2019 um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen wird sich die Bochumer Historikerin Christina Schröder M.A. mit einem handfesten Skandal beschäftigen, der sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Oberen Schloss zutrug und die Justiz des Heiligen Römischen Reiches beschäftigte. Die Rede ist von der fingierten Schwangerschaft der verwitweten Fürstin Leopoldine Ernestine zu Nassau-Siegen, die wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes Franz Hugo Fürst zu Nassau-Siegen im März 1735 behauptete, schwanger zu sein und daraufhin den Wiener Reichshofrat wissen ließ, dass die Erbfolge im katholischen Teil von Nassau-Siegen gesichert sei. Da die Ehe der beiden katholischen Hochadligen bislang kinderlos geblieben war, drohte ihr Landesteil nach dem Tod Leopoldines an die reformierte Linie des Fürstentums Nassau-Siegen zu fallen, während er durch die Geburt eines männlichen Nachkommens in katholischem Besitz geblieben wäre. Der delikate Fall erregte großes Aufsehen. Ende Oktober 1735 besetzte sogar ein Militärkontingent das Obere Schloss, um das Umfeld Leopoldines kontrollieren zu können. Ein besonderer Fokus des Vortrags an diesem Abend soll auf die Beziehungen zwischen dem katholischen Fürstentum Nassau-Siegen und dem Herzogtum Westfalen gelegt werden. Das im Norden an Nassau-Siegen grenzende, hauptsächlich katholische Westfalen hoffte nämlich auf eine Bestätigung des Schwangerschaftsverdachts und unterstützte aktiv und auf vielfältige Weise die Interessen der katholischen Dynastie.

Christina Schröder M.A. (geboren 1991) absolvierte von 2013 bis 2016 ihr Masterstudium der Geschichtswissenschaft und der Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Seit April 2017 betätigt sie sich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit & Geschlechtergeschichte und arbeitet als Promotionsstudentin der RUB Research School an ihrem Dissertationsprojekt „Der weibliche Körper als Objekt politisch-dynastischer Verhandlungen – Perspektiven auf angebliche und tatsächliche Schwangerschaften hochadeliger Witwen im 17. und 18. Jahrhundert“. Weiterlesen →

Ringvorlesung: Historische Perspektiven: Von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte

27.11.2019, 14 – 16 Uhr, Universität Siegen, AR B 2104/05

In der diesjährigen Ringvorlesung „Genderforschung spannt den Fächer auf“ der Gender Studies an der Universität Siegen stellt Prof´in Bärbel Kuhn die historische Entwicklung der gender studies vor.

Literaturhinweis: Jakob Saß: „GEWALT, GIER UND GNADE

Der KZ-Kommandant Adolf Haas und sein Weg nach Wewelsburg und Bergen-Belsen“
292 S., 15-21,5 cm, zahlr. Abb., ISBN: 978-3-86408-246-7

„Dem erfolglosen Bäcker Adolf Haas bot die SS alles, was er wollte: Karriere, Macht, Wohlstand und Affären. Dafür war er zu allem bereit, auch zum Massenmord. Trotz geringer Bildung stieg Adolf Haas seit 1932 rasch in Himmlers erträumter „Elitetruppe” auf. Gewaltbereitschaft und Gehorsam ebneten ihm den Weg von der ländlichen SS im Westerwald bis zu den Terrorstätten des Nazi-Regimes. Als KZ-Kommandant von Niederhagen/Wewelsburg (1940–1943) und Bergen-Belsen (1943–1944) scherte er sich kaum um Hygiene oder die Versorgung der Häftlinge, umso mehr um seine eigenen Vorteile. Während er Tausende sterben ließ, verschonte er einige wenige, solange sie für ihn malten, Kunsthandwerk fertigten oder musizierten – ein Zeuge Jehovas und ein Jude wurden zu seinen Lieblingskünstlern. Was war Haas für ein Mensch? Ein ganz normaler Nazi?
Die erste umfangreiche Biografie über Adolf Haas blickt hinter die Fassade des Massenmörders, der kurz vor Kriegsende spurlos verschwand und den bundesdeutsche Behörden jahrzehntelang nicht finden konnten – oder wollten. Weiterlesen →

Film: „Heimatabend Siegen“

Fr. 22.11.2019, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

Im »Heimatabend Siegen« erzählen die Siegener selbst die Geschichte ihrer Stadt – eine Stadt, die Vorurteilen stoisch trotzt und umso mehr Überraschungen zu bieten hat. Dabei war ihr Los oft hart. 1944 trafen die Bombardements der Briten die Stadt besonders schwer, doch der Wiederaufbau ging schnell voran. Ein Angriff ganz anderer Art hat die Stadt ähnlich erschüttert. Es waren Worte, die 1996 Siegen völlig unvorbereitet trafen. Hanjo Seißler konfrontierte in seinem Artikel »Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!« im Magazin der Süddeutschen Zeitung die Stadt seiner Kinderferien mit ihren dunklen Seiten. »Heimatabend Siegen« – eine berührende Dokumentation mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial und Amateuraufnahmen, gesprochen von der Siegener Kabarettistin Christa Weigand. Ein historisches Stadtportrait, das seines gleichen sucht.
(Text: mundus.tv)

Um Reservierung wird gebeten
(Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich)

Einlass ab 18.30 Uhr, die Reservierungen werden bis 20 Min. vor Veranstaltungsbeginn zurückgehalten.
Quelle: VHS Siegen, Programm

Geschichts-Theater: “Siegens wilde Mädchen – Eine Revue”.

50 Jahre Schülerinnenstreik im Lÿz(eum)
Wiederaufnahme: Freitag | 22.11.19 | 20 Uhr, Siegen, Lÿz


“1969 tat sich in Siegen Unglaubliches: Es begann am 21. Oktober und wurde eine Woche, die Geschichte schrieb, es in die großen Medien schaffte und die Meinungen spaltete. Im Lÿz(eum) startete der erste deutsche Schülerinnenstreik: Die Oberprimanerinnen und ihre Unterstützer lehnten sich gegen ein reaktionäres Gymnasium und die Direktorin Erfurt auf. Unterrichtsinhalte und Methoden wurden infrage gestellt. Das Herumforschen im Privatleben von Schülerinnen und der Schulverweis einer schwangeren Schülerin heizten den Unmut an: Streik, Randale, Protestzüge, Polizeieinsatz und eine Woche kein Unterricht. Der Geist der 68er Proteste schwappte mitten ins Mädchengymnasium!

Eine unterhaltsame Show mit Spielszenen, Musik der 60er und 70er, mit Bildern und Zeitzeugen lässt die Ereignisse rund um den 25. Oktober wiederaufleben. Es treten auf: Der ‘schöne‘ Studienrat, die Schülersprecherin, die Verwiesene, die Direktorin und natürlich die Schülerinnen. Konzept und Moderation: Cornelia Sauer und Wolfgang Suttner”

VVK: 12,- € / AK: 14,- € / erm.: 10,- € /
Quelle: Lÿz

Vortrag: Herbert Bäumer: „Der 16. Dezember 1944 – Bomben auf Siegen“

Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 21. November 2019

Am 16. Dezember 2019 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Stadt Siegen am Ende des Zweiten Weltkriegs in nur wenigen Minuten zu mehr als 80 Prozent zerstört wurde. Die Ereignisse bilden heute den Kernpunkt des städtischen Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. Aus diesem Anlass wird Herbert Bäumer am Donnerstag, den 21. November 2019, um 18.30 Uhr in der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ im KrönchenCenter (Vortragsraum) wesentliche Hintergründe des alliierten Luftangriffs, die Bedeutung von Hörfunk und Luftaufklärung für die Zivilbevölkerung, Details über den Ablauf des Bombardements sowie die Folgen für die Stadt Siegen und ihre Bewohnerinnen und Bewohner beleuchten.

Herbert Bäumer (geboren 1940) ist Autor des 2001 veröffentlichten Buches „Von der Wehrmacht zur belgischen Garnison“ über den Militärstandort Siegen. Er ist darüber hinaus Inhaber des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold sowie der Rettungsmedaille des Landes Niedersachsen. Für seinen Vortrag hat er umfangreiche Schriftquellen und Bildmaterialien ausgewertet.

Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ ist eine Kooperation von Volkshochschule und Stadtarchiv Siegen, Geschichtswerkstatt Siegen e.V., Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. und Aktivem Museum Südwestfalen e.V.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 21. November 2019, um 18.30 Uhr im Vortragsraum des KrönchenCenters, Markt 25, 57072 Siegen. Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro.

Literaturhinweis: „Region und außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht“

Ein Gastbeitrag von Matthias Opitz

Die Wahlergebnisse in Brandenburg, Sachsen und Thüringen werden vielfach als typisch ostdeutsch interpretiert. Mit dieser geografischen Deutung politischen Geschehens wird die Kategorie Raum zum Argument, die in der Wissenschaft eine wichtige Rolle spielt, aber im Schulalltag noch kaum angekommen ist. In dem vorliegenden Band werden die Diskussionen in Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik zum Raumbegriff aufgegriffen und auf den Geschichtsunterricht bezogen. Zentral ist dabei die Einsicht, dass der Raum, so natürlich er uns erscheinen mag, keine gegebene Einheit ist, sondern immer von Menschen geschaffen und gestaltet wird. Dies zeigt der Band an regionalen Beispielen und außerschulischen Lernorten, denn hier wird besonders deutlich, dass immer wieder darüber diskutiert und auch gestritten wird, welche Gebiete zu einer Region gezählt werden, welche Menschen dazu gehören, woran sich eine Region erinnern möchte und wie sie sich über ihre Vergangenheit definiert. „Region“ existiert nur, wenn Menschen etwas als ihre Region wahrnehmen und verstehen. Das Reflektieren über Region ermöglicht natürlich zugleich, die emotionaleren Aspekte von „Heimat“ mit zu thematisieren.

An regionalen Beispielen lassen sich sowohl Fragen und Themen der „großen“ Geschichte als auch Entwicklungen und eigene Geschichten des Lebensraumes der Schülerinnen und Schüler besprechen.

Zwei der Beiträge des Bandes seien hier näher vorgestellt. Weiterlesen →

Siegen: Gang entlang der Erinnerungsorte zum Nationalsozialismus in der Unterstadt

Sonntag, 17. November, 15.00-16.30 Uhr, Treffpunkt: ehem. Haus der Arbeit, Sandstraße 20

Die Führung folgt neben den Biografien jüdischer Opfer des Nationalsozialismus entlang einiger Stolpersteine auch den Spuren der Siegerländer Arbeiterbewegung und ihrer Opfer unter der NS-Diktatur. Daneben wird anhand der Geschichte der Sandstraße, entlang der Orte ehemaliger Lokalitäten und Geschäftshäuser einiges zur Stadtgeschichte zu erfahren sein.

Leitung: Peer Ball
Teilnehmerbeitrag: 5 €

Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Veranstaltungen