2. VHS-Lesekurs zur Paläographie des 19. und 20. Jhdts. III. Teil

Am dritten und leider letztenTermin des Lesekurses wurden Schreiben des Personalwesen aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gelesen. Dabei wurde auch erste, zarte Hinweise zur Aktenkunde der Stücke gegeben.  Wer will, kann diese Seiten hier selber „entziffern“: Lesekurs17517

Link zum zweiten Teil des Kurses

Ausstellungseröffnung „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise“

Vorgestern wurde die Ausstellung des Landkreistages NRW „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise. Von der preußischen Obrigkeit zur bürgerlichen Selbstverwqaltung“ im Foyer des Siegener Kreishauses durch Landrat Andreas Müller eröffnet. Nachfolgend vermitteln bilder einige Eindrücke von der Veranstaltung und der Ausstellung.
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Kreisgeburtstag: Heimatvereine laden zu Zeitreise auf die Ginsburg ein

Siegen-Wittgenstein Anfang des 19. Jahrhunderts: 1816 leiden die Menschen unter einer Hungersnot. Getreide ist knapp, die Brotpreise steigen ins Unermessliche – nicht nur die Siegerländer und Wittgensteiner machen aus der Not eine Tugend: Die ungeliebte Kartoffel ersetzt Roggen und Weizen: Das Kartoffelbrot – der „Riewekooche“ – erblickt das Licht der Welt! Nur eine Geschichte, die das Leben in der Region vor 200 Jahren beschreibt.

Haben das Programm des »Historischen Marktes« vorgestellt, der am Pfingstsamstag und -sonntag um und in der Ginsburg stattfinden wird (v.l.): Theo Morgenschweis (Pomologe), Martin Beume (Schlossber-Raubritter), Paul Breuer (Vorsitzender Heimatbund), Landrat Andreas Müller und Karl-Adolf Fries (Organisationsleiter Historischer Mark).

Geschichte lebendig werden lassen

„Wir können uns heute gar nicht mehr vorstellen, wie die Menschen damals gelebt haben“, sagt Paul Breuer, der Vorsitzende des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein e.V. Von damals gibt es keine Fotos und keine Filmaufnahmen, höchstens ein paar Gemälde oder Strichzeichnungen. Aber selbst diese können wir heute kaum noch richtig verstehen: „Denn ein alter ausgemergelter Mann auf einem Gemälde war längst nicht so alt, wie wir vermuten – und er wurde wahrscheinlich auch gar nicht so alt, wie er uns erscheint. Die harte Arbeit in den Erzbergwerken, in der Landwirtschaft, in der Köhlerei oder auch alles zusammen hat ihn einfach gezeichnet“, erzählt Paul Breuer: „Die gute alte Zeit hat es nie gegeben!“. Weiterlesen

2. VHS-Lesekurs zur Paläographie des 19. und 20. Jhdts. II. Teil

Am zweiten Termin des Lesekurses wurde zwei Netzfundstücke des frühen 20. Jahrhunderts gelesen. Zunächst ein privater Vertrag wurde gelesen, dessen Sprache sich an die gesprochenn Sprache anlehnte, um die Teilnehmenden auf die bisweilen kreativ umgesetzte Rechtschreibung vorzubereiten. Darauffolgend ein kurzer handschriftlicher Absatz zu einer Heiratsurkunde einer Hochzeit zweier taubstummer Personen – quasi eine Vorstellung standesamtlicher Urkunden.

Schließlich wurde ein Privatbrief gelesen, um den individuellen Gebrauch der Kurrentschrift kennen zu lernen. Wer will, kann diese Seiten hier selber „entziffern“: Lesekurs10517

Link zum ersten Teil des Kurses

Vortrag „Als Wittgenstein preußisch wurde – 200 Jahre Kreis Wittgenstein“

19.5.2017, 19:00, Altes Landratsamt – Stadtbücherei, Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg

Landratsamt Berleburg Quelle: Stadtarchiv Bad Berleburg


Man kann sich den Einschnitt vor 200 Jahren gar nicht groß genug vorstellen: Nicht nur die Landes-grenzen änderten sich. Der Landesherr war jetzt ein preußischer König und sehr weit weg, eine neue Währung kam, ein ganz neues politisches System erschütterte die Grundfesten des Lebens jedes einzelnen. Nach und nach besserte sich aber auch einiges: Straßen wurden gebaut, so etwas wie Steuergerechtigkeit hielt Einzug. Über die einschneidenden Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wittgensteiner Bevölkerung wird zu reden sein.
Im reich bebilderten Vortrag führt Frau Dr. Black-Veldtrup, Landesarchiv NRW, durch die Anfänge der Geschichte des Kreises Wittgenstein und setzt spannende Akzente auf die Bedeutung dieser Veränderungen für die Bevölkerung. Ein Streifzug durch 200 Jahre, mit einem Blick auch auf die Kommunale Neugliederung.

Vortrag „Die Suche nach der verschwundenen Urgroßtante –

das Schicksal einer psychisch erkrankten Frau am Anfang des 20. Jahrhunderts“
Freitag, 12. Mai, 20 Uhr, Haus der Kirche (Siegen, Burgstr. 21)

Torsten Thomas spricht vor der Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein.

„Die Kugeln flogen und pfiffen derart um den Kopf herum…“

Louis Ernst auf einem 1866 angefertigten Porträt als Soldat (Vorlage: Familie Ernst, Frechen)

– Die Feldpostbriefe des Siegener Bürgers Dr. Louis Ernst aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866″
Ludwig Burwitz, Siegen; Olaf Wagener, Kreuztal; Armin Nassauer, Siegen, im: Siegener Forum, Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte am 18. Mai 2017

Der so genannte „deutsche Krieg“ zwischen Preußen und seinen Verbündeten auf der einen und Österreich und seinen Bundesgenossen auf der anderen Seite steht im Mittelpunkt der kommenden Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“. Gleich drei Referenten werden sich am 18. Mai 2017 um 18.30 Uhr im KrönchenCenter der Biografie des auch heute noch bekannten Siegeners und seiner Kriegserlebnisse widmen.

Während des Feldzugs hielt der Siegener Bürger Dr. Louis Ernst seine Angehörigen in der Heimat durch regelmäßige ausführliche Berichte auf dem Laufenden. Etwa jeden zweiten Tag verfasst Ernst einen Brief, insgesamt über fünfzig während der viermonatigen Kampagne. Nach seiner Rückkehr bindet er diese zu einem Buch, seiner persönlichen Kriegschronik. Rund 150 Jahre später findet der Siegener Antiquar Armin Nassauer dieses Büchlein und überträgt die handgeschriebenen Briefe in eine dem heutigen Zeitgenossen vertrautere (Computer-) Schrift. 2016 haben die drei Referenten die Briefe, die heute im Kreisarchiv verwahrt werden, als Buch herausgegeben. Weiterlesen

Vortrag „Dr. Tony Riecke, eine Deuzer Landärztin von echtem Schrot und Korn“

Zu diesem Thema hält Wilfried Lerchstein, Hobby-Heimatforscher und
Gründungsmitglied von Grissenbach Aktiv,

am Mittwoch, den 17. Mai 2017, ab 19.00 Uhr
bei freiem Eintritt
im Bürgerhaus Grissenbach, In der Hälsbach 29,

Gedenkstein Dr. Tony Riecke, Netphen-DEuz

einen Vortrag, in dem er alle Interessierten in Wort und Bild anhand der von ihm zusammengetragenen neuesten Informationen an das Leben der beliebten Deuzer Landärztin Dr. Tony Riecke erinnern möchte. Aufgelockert wird der Vortrag durch zahlreiche Anekdoten, die ihm von ehemaligen Patienten der Ärztin erzählt worden sind.
Dr. Tony Riecke lebte von 1907 bis 1989 und wirkte 52 Jahre lang von 1935 bis 1987 in Deuz als Landärztin. Sie war die erste Frau überhaupt, die im Netpherland als Ärztin tätig war. Als Zeichen der großen Dankbarkeit für ihren aufopferungsvollen Einsatz zum Wohle ihrer Patienten wurde ihr 1990 in Deuz ein Gedenkstein gesetzt. Weiterlesen

Ausstellung „200 Jahre rheinische und westfälische Kreise in NRW“

Kreishaus Siegen, Foyer, 16.05.2017 bis 11.06.2017

Aus diesem Anlass des 200-jährigen Bestehens der Kreise in Nordrhein-Westfalen hat eine Arbeitsgruppe des Arbeitskreises der Kreisarchivare unter Leitung von Tillmann Lonnes, Rhein-Kreis Neuss, eine Ausstellung unter dem Arbeitstitel „200 Jahre Kreise in Nordrhein-Westfalen 1816-2016“ erarbeitet. Die Ausstellung umfasst folgende Themengebiete:
1. Vorgründungsphase 1794-1815
2. Wesen und Struktur der Kreise im frühen 19. Jahrhundert
3. Die Kreisordnung von 1887 und die veränderte Stellung der Kreise bis 1933
4. Geschichte der institutionellen Vertretung der Kreise
5. Die Kreise im Nationalsozialismus
6. Neubeginn nach 1945
7. Kommunale Neugliederungen
8. Das heutige Selbstverständnis der Kreise als Garant bürgerlicher Selbstverwaltung