20. Juli 1944: Beteiligte und Betroffene aus dem Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Links zu Einträgen in regionalen Datenbanken:

Otto Bäcker: Aktives Gedenkbuch, Widerspruch und Widerstand, siwiarchiv
Heinrich Bamberg: Widerspruch und Widerstand
Willi Bottenberg: Widerspruch und Widerstand
Wilhelm Geisbe: Widerspruch und Widerstand
Emil Graskamp: Widerspruch und Widerstand
Nikolaus Groß: Widerspruch und Widerstand
Paul Kanstein: Akteure
Josef Kloth: Widerspruch und Widerstand
Wilhelm „Willi“ Kollmann: Widerspruch und Widerstand, siwiarchiv
Ernst Metzler: Widerspruch und Widerstand
Karl Albert von Rumohr: Akteure, siwiarchiv
Richard Weber: Widerspruch und Widerstand

Karl Neuhaus: Akteure, siwiarchiv 1, siwiarchiv 2

Quellen:
Aktives Gedenkbuch: Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein
Widerspruch und Widerstand: Widerspruch und Widerstand, Opposition gegen den Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein
Akteure: Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

Reinhard, Hans und Ulf Lüster – Vater und Söhne im Nationalsozialismus

Im März dieses Jahres erfuhr hier ein Beitrag aus dem Jahr 2014 zu Lehrern in den Altkreises Siegen und Wittgenstein zwischen 1933 und 1945 eine Korrektur zu einem dort beschriebenen Lehrer. Diese Korrektur hat siwiarchiv zum Anlass und sowohl weiteren Recherchen nach Reinhard Lüster als auch nach dessen beiden Söhnen Hans und Ulf zu unternehmen. Der aktuelle Forschungsstand kann nun hier eingesehen werden: Lüster2GenerationenTäter.

Andreas Vomfell, Amtmann und Bürgermeister in Netphen von 1921 bis 1933

Quelle: Lück, Alfred: Die obersten Verwaltungsbeamten des Amtes Netphen, in: Böttger, Hermann/Weyer, Wilhelm/Lück, Alfred: Geschichte des Netpherlandes, Netphen 1967, S. 382 [Bild]-

Auf Andreas Vomfell wurde im Zusammenhang mit Umbenennungsantrag zur Alfred-Fißmer-Anlage in Siegen hingewiesen. Die ersten Rechercheergebnisse zeigen, dass eine intensivere Beschäftigung mit der Biographie Vomfells lohnenswert sein wird – vielleicht als Doppelbiographie mit Fissmer?:

Lebenslauf:

* 19.5.1885[1] in Betzdorf – 25.12.1970[2] in Bad Neuenahr[3]
Kath. [4], verh. 7 Kinder

Progymnasium i.E. in Betzdorf[5]
Staatliches Gymnasium an Marzellen in Köln[6]
1905 Eintritt in den Verwaltungsdienst[7]

  • Beschäftigung bei den Bürgermeisterämtern Kirchen a. Sieg und Niedermendig, Landratsämter bzw. Kreisausschüsse Siegen, Ahrweiler, und Mayen[8]

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Umbenennung der Alfred-Fißmer-Anlage in Siegen

Tagesordnungspunkt 4.3 des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Siegen, 30.5.2018

Die Anregung gemäß § 24 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen zur Umbenennung ist am 27. März 2018 eingegangen. Im Schreiben „beantragt der Petent, dass der Platz neben der Nikolaikirche in Zukunft nicht mehr nach dem früheren (Ober-)Bürgermeister Siegens, Alfred Fißmer, benannt werden soll. Zur Begründung führt der Petent an, dass sich die Sichtweise auf die Rolle aus dem heutigen Blickwinkel verändert habe, insbesondere vor dem Hintergrund seiner Tätigkeiten …. während des Nationalsozialismus.“
Der Verwaltung formuliert nun in ihrer Vorlage 1894/2018 folgenden Beschlussvorschlag: „Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Universitätsstadt Siegen beschließt, eine endgültige Entscheidung über die Anregung, die Alfred-Fißmer-Anlage umzubenennen, soweit zurückzustellen, bis eine sach- und fachgerechte Beurteilung der Rolle des ehemaligen (Ober-)Bürgermeisters insbesondere in der Zeit von 1933 bis 1945 möglich ist.“
Dazu heißt es in der Vorlage: “ ….. Diese Gesamtbetrachtung könnte durch das Archiv der Stadt Siegen in Kooperation mit der Universität Siegen übernommen werden. Beide Partner planen zum Wintersemester 2018/2019 eine Ausstellung mit dem (Arbeits-)Titel „Die Verwaltung der Stadt Siegen in der Zeit des Nationalsozialismus“. In diesem Zusammenhang sind auch umfangreiche Recherchearbeiten zur Person Alfred Fißmer avisiert, auch anhand von neueren Akten, darunter auch seine Entnazifizierungsakte, die derzeit gesichtet und zumindest als Abschrift dem Stadtarchiv Siegen überlassen werden sollen.
Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Ergebnisse der Recherchearbeiten abzuwarten, um sich dann ein Gesamtbild über die Person Alfred Fißmers machen zu können. Danach ist vermutlich eine fundierte Aussage erzielbar, aus der möglicherweise weitere Schritte abgeleitet werden können. ….“

aus: Deutsche Verlustlisten Liste Pre[eußen] 662, Ausgabe 12 14 v. 18.10.1916, S. 15622 via http://wiki-de.genealogy.net/Verlustlisten_Erster_Weltkrieg/Projekt

Zur Umbenennung der Alfred-Fißmer-Str. 1947 s. Marcus Weidner, Datenbank der Strassenbenennungen in Westfalen-Lippe 1933 – 1945, Eintrag Stadt Siegen

siwiarchiv hat für eine erste Information über die Person Alfred Fissmer Links, Literatur und Zeitungsartikel zusammengestellt: Weiterlesen

Vortrag Dr. Thomas Bartolosch (Betzdorf): Dr. Georg Ufer (1900-1989) –

ein Geologe des Siegerländer Erzbergbaus als einer der „Gerechten unter den Völkern“ der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

Dr. Georg Ufer (1900-1989) als technischer Kriegsverwaltungsrat in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Vorlage: Dr. Thomas A. Bartolosch


In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ zeichnet der Regionalhistoriker Dr. Thomas Bartolosch am 17. Mai 2018 um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen das Leben des Geologen Dr. Georg Ufer nach.
Während des Zweiten Weltkrieges war dieser als Lagerstättenkundler für die Firma Krupp sowie als technischer Kriegsverwaltungsrat im Range eines Majors für die Wehrmacht auf dem Balkan tätig. Dort rettete Ufer dem französischen Juden Josef Pozwolski das Leben, indem er ihn in den Jahren 1941 und 1942 zweimal vor dem Zugriff nationalsozialistischer Häscher schützte und ihn ins rettende Albanien brachte, wo dieser den Zweiten Weltkrieg überlebte. Für seine riskante Rettung Pozwolskis, die Georg Ufer das Leben hätte kosten können, wurde er 1980 von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. In Israel durfte er am 12. Dezember 1980 in der „Allee der Gerechten“ der Holocaust-Gedenkstätte ein Johannisbrot-Bäumchen pflanzen, an dem ein Schild mit seinem Namen hängt. Außer der genannten Ehrung wurde Georg Ufer im Jahr 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Nach seinem Tod am 27. August 1989 wurde sein Name posthum auf einer Gedenktafel verewigt, die sich im Holocaust-Memorial-Center in Washington befindet.
Für die Siegerländer Regionalgeschichte sicher besonders bemerkenswert: Dr. Ufer lebte bescheiden und zurückgezogen mit seiner Frau in seinem Haus an der Weberstraße in Betzdorf. Infolge seiner Tätigkeit als Geologe der Erzbergbau Siegerland AG war er zwar häufig lange im Ausland unterwegs, fühlte sich in der Region aber sehr heimisch. So war er zum Beispiel Ehrenmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V. Weiterlesen

Vortrag: Jens Christian Schmidt „Ärzte im Nationalsozialismus –

wie die Medizin ihre Unschuld verlor und Ärzte zu Tätern und Opfern wurden
Dienstag, 17. April, 19 Uhr
Ort: Büro der CJZ, Häutebachweg 6, Siegen

Jens Christian Schmidt, Facharzt für Radiologie, beschäftigt sich seit langem mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Verbrechen im Zusammenhang mit Holocaust und Euthanasie-Programm, wo Ärzte maßgeblich involviert waren. Mit seinem Vortrag möchte er aufzeigen, wie die Medizin vom Aufschwung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu einem menschenverachtenden und menschenvernichtenden Instrument des Hitler-Regimes verkam und wie die damit verbundenen Greueltaten bis heute Einfluss auf das Wirken der Mediziner haben. Hierbei werden sowohl Opfer als auch Täter in den Reihen der Mediziner vorgestellt und deren Schicksal beleuchtet.
Quelle: CJZ, Rundbrief April/Mai 2018

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen

Linktipp: Einführung in die Geschichte der Zwangsarbeit im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Endlich online – Bei dem verlinkten Text handelt es sich um einen leicht bearbeiteten Vortrag Dr. Ulrich Opfermanns am 16. Dezember 2016 in Siegen aus Anlass des Jahrestags des Luftangriffs auf die Stadt in der Endphase des Zweiten Weltkriegs.

Lesung: „Die Franks aus Weidenau – Szenen, Bilder und Geschichten“

20.03.2018 \ 19.00 Uhr
Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen, Morleystraße 2, 57072 Siegen
Junges Theater Siegen e.V., Aktives Museum Südwestfalen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

„Die Franks aus Weidenau“: Manfred, Liesel, Inge
Autor: Junges Theater Siegen e.V.

Samuel Frank war ein angesehener Weidenauer Kaufmann, „erst kaisertreuer Deutscher, dann Jude“. Nach 1933: Die Familie Frank erlebt Diskriminierung, dann Entrechtung und Verfolgung. Zwei Kinder können fliehen, Tochter Inge bleibt bei den alten Eltern bis zur Deportation und Vernichtung.
Die Geschichte der Franks aus Weidenau ist wie die von Anne Frank aus Amsterdam eine Opfergeschichte – aber auch eine von Lebensmut, von kleinen Fluchten und von
Solidarität. Sie wird im Rahmen einer szenischen Lesung erzählt von Mitgliedern des Jugendensembles von „Junges Theater Siegen“.
Quelle: Begleitprogramm der Ausstellung „Deine Anne“ in Siegen

Heute vor 75 Jahren: Deportation Wittgensteiner „Zigeuner“ nach Auschwitz

Am 9. März 1943 wurden folgende „Zigeuner“ – so wurden die wittgensteinischen Nachfahren der vormaligen Sinti von den Nationalsozialisten diffamiert – aus (Bad) Berleburg und (Bad) Laasphe in das KZ Auschwitz deportiert:

Arthur Dickel, Katharina Dickel geb. Lagerin, Wihelm Dickel gen. Lagerin,
Alexander Freiwald, Alexander Freiwald jun., Elisabeth („Elise“) Freiwald, Elisabeth Freiwald, Luise Freiwald, Richard Freiwald, Weiterlesen