Siegen: Führung über den Hermelsbacher Friedhof – ein Ort der Erinnerung

7.6.2020, 15:30,Treffpunkt: Friedhofskapelle, Hermelsbacher Friedhof, Hermelsbacher Weg 117, 57072 Siegen, 5 €

„Die Führung folgt den Spuren der jüdischen Gemeinde Siegen. Neben der Geschichte der Gemeinde werden jüdische Begräbnisrituale sowie Details zu einigen Biografien erklärt. Außerdem wird auf die Geschichte der Zwangsarbeiter im Siegerland anhand eines größeren Gräberfeldes eingegangen; einige Schicksale der hier in der Fremde Beerdigten werden erzählt.
Männer bringen bitte eine Kopfbedeckung mit.
Bitte halten Sie die Abstandsregeln ein.
Leitung: Peer Ball
Teilnehmerbeitrag: 5 €“

Quelle: VHS Siegen, Programm

Online: „In die Illegalität gedrängt. Zur Flucht gezwungen. Ermordet.

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter unter nationalsozialistischer Herrschaft“

Das Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung wies via Twitter auf diese Online Publikation hin, die u.a auch Informationen über den Siegener Otto Bäcker enthält.
s. zur Stolpersteinverlegung für Otto Bäcker
Link zur PDF-Datei

Gerhard Dapprich (1909 – 1988) – Bergrat und Bundesrichter aus Siegen

Ein Literaturfund und eine Einladung zum Weiterforschen.

Dr. jur. Ludwig Moritz Gerhard Dapprich

  • * 3. Dezember 1909 in Siegen, ev., Vater: Otto Arnold Dapprich, Kaufmann
  • 1916 – 1920 Besuch der Obenstruth-Schule in Siegen
  • 1920 – 1926 Realgymnasium in Siegen
  • 1926 – 1927 Höhere Handelsschule in Siegen
  • 1927 – 1928 kaufmännische Ausbildung bei I.G Reichswald in Siegen
  • 1928 – 1931 Oberrealschule Weidenau/Sieg, Abitur

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Hermann Kuhmichel (1898-1965) als Soldat im Zweiten Weltkrieg

Angaben zu Truppenteilen, Dienstgrad und Kriegsgefangenschaft.

Im November vergangenen Jahres führte eine Ausstellung über den Siegerländer Künstler Hermann Kuhmichel zu einer intensiven Diskussion hier auf siwiarchiv. In deren Verlauf die Bewertung des Künstlers in der Zeit des Nationalsozialismus im Mittelpunkt stand. Allerdings zeigte die Diskussion auch, dass grundlegende Recherchen bis dahin noch nicht erfolgt waren. Dies betraf bspw. die Zeit Kuhmichels als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Eine Recherche beim Bundesarchiv ergab nun Folgendes:

„In den …. Beständen des Bundesarchivs, Abteilung PA – Reinickendorf
(bis 31.12.2018 Deutsche Dienststelle [WASt]) liegen zu Angehörige von Heer
und Luftwaffe in der Regel keine Personalakten vor. Daher [mussten] die Angaben zu
dem Gesuchten in verschiedenen Verzeichnissen und Karteien ermittelt werden.
Aus den Erkennungsmarkenverzeichnissen und Veränderungsmeldungen der
Wehrmacht sind [die Truppenteile, denen Kuhmichel angehörte, die Dienstgrade Kuhmichels sowie Angaben zur Kriegsgefangenschaft Kuhmichels] zu entnehmen: Weiterlesen

Linktipps zum Tiefbunker in der Hindenburgstraße in Siegen

1) LWL-Archäologie für Westfalen, Blogeintrag von Thomas Poggel, 4.3.2020
2) Siegener Unterwelter, Unterseite „Tiefbunker Hindenburgstrasse“
3) „Ein vielleicht letzter Blick in den Tiefbunker an der Hindenburgstraße“, Anke Bruch, Siegerlandkurier, 25.2.2020
4) „Zukunft des Tiefbunkers ungewiss“Radio Siegen, 26.2.2020
5) „Grüne wollen Bunker erhalten“, Radio Siegen, 19.1.2020
6) „Siegen: Rundgang durch den Tiefbunker Hindenburgstrasse“, Hendrik Schulz, Westfälische Rundschau, 25.2.2020

Bildvortrag: „Lebensunwertes Leben“: Von der Eugenik zur Zwangssterilisation –

vom Rassenwahn zum Massenmord
Donnerstag, 12. März, 18.30 Uhr, Vortragsraum der VHS Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, Eintritt frei

Rüdiger Fries thematisiert werden die ideologischen Grundlagen der „Euthanasie“-Verbrechen, ihre politische, bürokratische und organisatorische Realisierung im Sinne eines eliminatorischen Rassismus im totalitären nationalsozialistischen Staat unter Berücksichtigung einzelner Opferbiografien.

Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Veranstaltungen

Siegen: Deportation vor 77 Jahren

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages erinnerte Traute Fries vom Aktiven Museum Südwestfalen (AMS) an die dritte Deportation von Menschen jüdischen Glaubens aus dem Kreis Siegen am 28. Februar 1943 nach Auschwitz-Birkenau.
Am 27. Februar 1989 wurde am Siegener Bahnhof, Gleis 4, eine Gedenktafel zur Erinnerung an die vier Deportationen angebracht. Klaus Dietermann, der verstorbene Gründer des AMS hatte die Idee dazu. Er war mit Wilhelm Fries, dem Vater der Verfasserin, zuvor am Bahnhof gewesen und hatte sich von ihm die Situation vom 28. Februar 1943 schildern lassen. Die Tafel, wegen der Bauarbeiten am Bahnhof abgenommen, wird zu gegebener Zeit wieder angebracht.

Zeitzeuge Wilhelm Fries (1901-2000) berichtete 1989:
„Von 1933 bis 1941 habe ich mit meiner damals fünfköpfigen Familie bei der Familie Samuel Frank in Weidenau gewohnt. Wir haben Freud’ und Leid mit Familie Frank geteilt. Hier lernte ich auch die jugendlichen Juden, unter ihnen Heinz Lennhoff, kennen. Am 1. Juni 1941 bezog ich eine Werkswohnung der Firma Weberwerke im Sieghütter Hauptweg 102, da, wo jetzt das Globuscenter/Kaufland ist. Einige Male wurden wir sonntags von Heinz Lennhoff und Kurt Winter besucht, bevor sie einen Ausflug nach auswärts unternahmen. Sie ließen sich nämlich von meiner Frau den gelben Stern abtrennen und abends – nach ihrer Rückkehr – wieder annähen. Weiterlesen

Erinnerung an die letzte Deportation vor 76 Jahren in Hilchenbach

Kranzniederlegung, Freitag, 28. Februar, 16.30 Uhr, Ansprache: Bürgermeister Holger Menzel,  Ev. Kirche Hilchenbach (Ecke Markplatz/Hilchenbacher Straße)

Jährlich, jeweils am 28. Februar, dem Deportationstag von Elisabeth `Gerti` Holländer und ihrem 10-jährigen Sohn Lothar Holländer, legt die Stadt Hilchenbach am Gedenkstein an der Ecke Marktplatz und Hilchenbacher Straße einen Kranz nieder, um an das schreckliche Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland geworden sind, zu erinnern.
Insgesamt sind im Holocaust 20 Hilchenbacher Juden ermordet worden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu der Gedenkfeier eingeladen.
Quelle: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland, Rundbrief 2/2020