Gedenken an die ermordeten Hilchenbacher Juden

Jährliche Kranzniederlegung am 28. Februar – eine Bürgereingabe von Wolfgang Ruth

Am 16. Januar 2019 hat Herr Wolfgang Ruth folgende Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NRW) bei mir eingereicht: „Bekanntlich sind im Holocaust auch 20 Hilchenbacher Bürger, jüdischen Glaubens, ermordet worden. Opfer dieser Verbrechen waren auch Gerti Holländer und ihr 10jähriger Sohn Lothar, die am 28. Februar 1943 zur Ermordung nach Auschwitz deportiert wurden. Auf ein gebotenes ehrendes Gedenken an seine im Holocaust ermordeten jüdischen Bürgerhat die Stadt bisher leider verzichtet.Dagegen erinnert zum Beispieldie Stadt Kreuztal an ihren ermordeten Bürger Fred Meier durch dieNamensgebung „Fred-Meier-Platz“ und eine jährliche Gedenkfeier. Den Antrag der Fraktion Die Linke, die „Hindenburgstraße“in „Gerti-Holländer-Weg“ umzubenennen, hat der Hauptausschuss am 21. November 2018 mit Mehrheit abgelehnt. Laut Presseberichten wurde die Ablehnung unter anderem mit den Auffassungen „…das Hindenburgschild soll als eine Art Mahnung erhalten werden…“ beziehungsweise„…damit die Hindenburgstraße weiterhin Denkanstöße für solche Debatten liefern kann…“ begründet. Diese Begründungen zur Beibehaltung des ehrenden Gedenkens an den Steigbügelhalter von Adolf Hitler sind schon bemerkenswert und auch peinlich. Nach meiner Auffassung sollten wir die ermordeten Hilchenbacher Juden nicht vergessen. Deshalb schlage ich vor, jeweils am 28. Februar, dem Deportationstag von Gerti Holländer und ihrem 10jährigen Sohn Lothar, am Gedenkstein Ecke Markt/HilchenbacherStraße einen Kranz niederzulegen. Die Bevölkerung ist darüber über die Presse zu informieren.“ Weiterlesen

Literaturhinweis: Thomas A. Bartolosch: Dr. Georg Ufer (1900 – 1989)

ein Geologe des Siegerländer Erzbergbaus als einer der “Gerechten unter den Völkern” der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

Das Aktive Museum Südwestfalen hat diese 41 Seiten starke und mit 55 Abbildungen versehen Broschüre vor wenigen Tagen vorgelegt. Der Betzdorfer Geschichtsdidaktiker Dr. Thomas Bartolosch schildert die Biographie Ufers in fünf Kapiteln:

  • Kindheit und Jugend, Schule und Studium
  • Lenbem und Arbeiten auf dem Balkan
  • Die zweifache Rettung des französischen Juden Josef Pozwolski
  • Hohe Auszeichnung als einer der “Gerechten unter den Völkern”
  • Auslandsaufenthalte außerhalb Europas, persönliche Begegnungen und Lebensende

Die Broschüre kann über das Aktive Museum Südwestfalen bezogen werden.

Erneute Rekordzahlen: Annähernd 400.000 Menschen besuchten 2018 die NS-Gedenkstätten Nordrhein-Westfalens

Auch das ehrenamtlich geführte Aktive Museum Südwestfalen in Siegen erfreute sich wieder großen Interesses

Vorführung der Bilderserie des SHGV (Fotograf: Erich Koch) zur niederbrennenden Synagoge im Aktiven Museum am 10. November 2018; mehr als 150 Gäste zeigten sich interessiert.
(Foto: Wilfried Lerchstein)

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen haben 2018 so viele Besucherinnen und Besucher empfangen wie noch nie zuvor. Einer Erhebung des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte in NRW e. V. folgend konnten die Einrichtungen im vorherigen Jahr knapp 400.000 Besuche zählen.
Die Bilanz des Aktiven Museums:
– 91 Führungen: Gedenkstätte/Außerschulischer Lernort, Alternative Stadtrundgänge,
Friedhöfe
– 2.265 Besucher
– 827 Gäste zu den Programm-Veranstaltungen
– 3.092 Personen insgesamt Weiterlesen

Heute vor 28 Jahren: Urteil im Prozess gegen Ernst August König

Staatlich geplanter Massenmord oder der Sadismus eines Einzelnen? Teil 1 from Zeit-und-Zweitzeugen on Vimeo.

Staatlich geplanter Massenmord oder der Sadismus eines Einzelnen? Teil 2 from Zeit-und-Zweitzeugen on Vimeo.

“Von 1987 bis 1991 fand in Siegen der Prozess gegen Ernst August König statt, einen ehemaligen SS-Rottenführer im “Zigeunerlager” in Auschwitz-Birkenau. Es war der einzige Prozess gegen ein Mitglied der SS-Wachmannschaft. Dirk Frenking, Richter am OLG Hamm, ist darüber im Gespräch mit Klemens Mehrer, Oberstaatsanwalt i.R., der damals am Prozess beteiligt war.
Das Gespräch wurde am 28.11.2018 im Justizzentrum Gelsenkirchen aufgezeichnet.”

Zum Prozess gegen Ernst-August König weist Ulrich Opfermann in “Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus. Personen-Daten-Literatur, Siegen 2001, S. 90 – 96, folgende lokale Zeitungsartikel aus: Weiterlesen

Vortrag: “Dr. Georg Ufer (1900-1989) – ein Geologe des Siegerländer Erzbergbaus

als einer der „Gerechten unter den Völkern“ der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem”
Sonntag, 27.1.2019, 15.30 Uhr
Ort: Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10, Siegen
Referent: Dr. Thomas Bartolosch, Betzdorf

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Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.2019, 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr
Veranstaltungsort: Fred-Meier-Platz – Grubenstraße, Littfeld
Veranstalter: Stadt Kreuztal u. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

Programm:

Quelle: Stadt Kreuztal, Veranstaltungen

Trauer um Lucie Weinstein

Lucie und Stanley WeinsteinLucie Weinstein, geborene Krebs, wuchs als Teil der jüdischen Gemeinde in Bad Berleburg auf. Gemeinsam mit ihrer Familie reiste sie während des NS-Regimes in die  USA aus und leistete später einen großen Beitrag, um die Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und die Gräueltaten gegen sie wach zu halten.

Die Stadt Bad Berleburg trauert um ihre ehemalige Bürgerin Prof. Dr. Lucie Weinstein. Lucie Weinstein wurde am 2. August 1924 als Lucie Krebs in Berleburg geboren [Eltern: Julius Krebs und Lina geb. Bachenheimer] und verbrachte ihre Kindheit dort als Teil der jüdischen Gemeinde. Aufgrund der Verfolgung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger durch das nationalsozialistische Regime, wanderte Lucie Weinstein 1941 mit ihren Eltern, den beiden Geschwistern und ihrem Großvater in die USA aus. Weiterlesen

Hartmut Prange gestorben

Vom Fossil bis zum Kriegsgefangenenlager:

Neue Publikation präsentiert Forschungsergebnisse der LWL-Archäologie in Westfalen

“Der älteste Nachweis von Bienenwachs, ein rauchender Verhüttungsofen aus der Eisenzeit, zwei römische Helme und ein mittelalterlicher Kamm aus Elfenbein – das Jahr 2017 bot eine Fülle herausragender Funde, Ausgrabungen und Experimente. Das alles zeigt die neue Publikation “Archäologie in Westfalen-Lippe 2017” des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). In 74 Beiträgen informieren 97 Autoren über die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläontologie und Ausstellungen Westfalens im Jahr 2017.

Auf 312 Seiten laden die LWL-Archäologie für Westfalen und die Altertumskommission für Westfalen zu einer Reise an die verschiedensten Fundplätze in der Region ein. Die Spanne reicht von paläontologischen Fossilienfunden im Sauerland bis zu den Zeugnissen der jüngsten Vergangenheit. Vieles wird hier zum ersten Mal präsentiert, aber auch Altbekanntes in neuem Licht betrachtet. “Wir erleben nun schon seit einiger Zeit einen enormen Bauboom”, erläutert Prof. Dr. Michael Rind, Chefarchäologe des LWL. “Noch nie gab es so viele Ausgrabungen in Westfalen-Lippe wie 2017. Sie tragen dazu bei, das Bild von unserer Vergangenheit immer weiter zu verdichten.”

“Archäologie ist weit mehr als das einfache Freilegen von Objekten”, erläutert Dr. Aurelia Dickers, Vorsitzende der Altertumskommission. “Ob mit Magnetometer-Messungen, Laservermessungstechnik oder dem Blick aus der Luft: Erst die Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Wissenschaftlern und Einrichtungen ermöglicht es, die archäologischen Funde in einen größeren Kontext zu stellen und damit Geschichte zu rekonstruieren. ….”

Beiträge mit regionalem Bezug:
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Übertragung der Aufgaben der Deutschen Dienststelle (WASt) an das Bundesarchiv

Die bisher als Behörde des Landes Berlin geführte Deutsche Dienststelle (WASt) setzt ihre Tätigkeit künftig als Abteilung PA (Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg) im Bundesarchiv fort.

Außenansicht des Gebäudes am Eichborndamm 179, Sitz der Abteilung PA des Bundesarchivs (ehemals WASt), Quelle: Kirchhoff, Peter


Vorbehaltlich des Inkrafttretens des “Staatsvertrags über den Übergang der Aufgaben der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt)” wird die Deutsche Dienststelle zum 1. Januar 2019 in das Bundesarchiv überführt. Zu diesem Zweck wird im Bundesarchiv eine eigene Abteilung am Standort Eichborndamm in Berlin-Reinickendorf eingerichtet.

Die bisher bei der Deutschen Dienststelle (WASt) eingegangenen und noch nicht abschließend beantworteten Anfragen werden selbstverständlich bearbeitet, ohne dass eine neue Anfrage gestellt werden müsste. Auch wenn perspektivisch angestrebt wird, die Bearbeitungszeiten deutlich zu verkürzen, werden sich gerade in der Übergangszeit längere Wartezeiten leider nicht vermeiden lassen. Bei den Unterlagen, die zur Ermittlung militärischer Dienstzeiten für private Zwecke herangezogen werden müssen, handelt es sich um nur manuell auswertbare, oftmals handgeschriebene Dokumente, die bisher nicht elektronisch recherchierbar sind. Weiterlesen