Video: „Montanarchäologie in der Denkmalpflege Westfalens“

Jahrestagung 2020 – Archäologie in Westfalen-Lippe. Ein Digitalprojekt der LWL-Archäologie für Westfalen

„Die Bergbautradition im Ruhrgebiet und in Westfalen reicht weit zürück, bis in die Eisezeit. Dr. Manuel Zeiler geht hier wortwörtlich in die Tiefe, nimmt uns mit unter die Erde. Spannende Aufnahmen von Untertage geben Einblicke in eine Welt, die nur Wenigen vergönnt ist, zeigen aber auch Probleme auf, die den Forschern begegnen. Und: Wo liegt der Nutzen der archäologischen Untersuchng alter Bergbauanlagen? Manel Zeiler lichtet den Staub…“

Publikation „Archäologie in Westfalen-Lippe 2019“ erschienen

Umschlag des neuen Bandes mit dem Dolch aus dem Römerlager Haltern.
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/S. Brentführer

„Ein römischer Dolch aus Haltern am See, der größte eisenzeitliche Waffenfundplatz Nordrhein-Westfalens auf dem Wilzenberg und ein Münzschatzfund aus dem 14. Jahrhundert zeigen, wie vielfältig die archäologische und paläontologische Landschaft Westfalens ist.
In der neuen Publikation „Archäologie in Westfalen-Lippe 2019“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erfahren Leser auch etwas über europäische Austauschnetze in der Steinzeit, Archäologie mit Sprengstoff und wiederentdeckte Kirchen. In insgesamt 79 Beiträgen informieren 98 Autorinnen über die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläontologie und die größten Ausstellungen in Westfalen im Jahr 2019.

Auf 340 Seiten laden LWL-Archäologie für Westfalen und die Altertumskommission für Westfalen die Leser zu einer Reise zu den verschiedensten Fundplätzen und in verschiedene Epochen ein: Steinzeitliches aus dem Münsterland, Dolche im Ruhrgebiet und keltisches Eisen im Sauerland. Zehn Jahre Forschung seit Erscheinen des ersten Bandes der Reihe haben zu zahlreichen neuen Ergebnissen geführt. Daher war es an der Zeit, eine aktualisierte Neuauflage der großen „Zeittafel für Westfalen“ zu veröffentlichen. Die auch bei Studenten beliebte Übersicht liegt dem Band bei und kann wieder herausgenommen werden. Weiterlesen

Nr. 62 des „Blick ins Netpherland“ ist als Jahresausgabe 2020 erschienen.

Dass das Jahr 2020 im Zeichen der Coronavirus-Pandemie kein Jahr wie alle anderen in der nun bald 50-jährigen Geschichte des 1971 gegründeten Heimatvereins Netpherland war, spiegelt bereits das Titelbild des vor kurzem erschienenen „Blick ins Netpherland 2020“ wieder. Zeigt es doch die „Night of Light“-Illumination von Heike Jung vor dem alten Rathaus in Netphen. Hiermit hatte die Netphener Veranstaltungsbranche am 22. Juni 2020 auf die für sie existenzgefährdenden Auswirkungen der Coronakrise hingewiesen, wie Schriftleiter und Heimathistoriker Wilfried Lerchstein in einem Artikel über diese Rotlicht-Aktion näher beleuchtet. Auch sein Jahresrückblick auf die Aktivitäten des Heimatvereins ist geprägt von den vielen Veranstaltungen, die coronabedingt ausfallen mussten. Immerhin war die am 2. Februar 2020 im Heimatmuseum Netpherland eröffnete Ausstellung „Reise der Emotionen“ von Annett Serafin wenigstens für einige Wochen für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Lerchstein zeichnet den Werdegang der Künstlerin nach und stellt einen Querschnitt der von ihr gezeigten Werke vor.
In einem weiteren Aufsatz stellt Lerchstein die neuesten archäologischen Erkenntnisse zum „Burggraben“ in der Gemarkung Niedernetphen als Standort einer eisenzeitlichen Wallburg und einer kleinen Siedlung vor. Prof. Dr. Michael Baales und Dr. Manuel Zeiler von der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe, haben die Entstehung dieses Aufsatzes sachkundig unterstützt. Weiterlesen

Literaturhinweis: Monographie zur Montanarchäologie des Siegerlandes erschienen

Umfangreicher Fundstellenkatalog und Darstellung des Forschungsstandes

Bereits seit 18 Jahren erforscht das Deutsche Bergbau-Museum Bochum zusammen der LWL-Archäologie für Westfalen sowie der Ruhr-Universität Bochum die eisenzeitliche Montanlandschaft im Siegerland, im südlichen Westfalen und im nordöstlichen Rheinland-Pfalz. Spätestens ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. – vermutlich aber bereits ab dem 5. Jahrhundert – bis zur Zeitenwende entwickelte sich eine auf Eisengewinnung spezialisierte Montanregion heraus.

Über 100 Jahre archäologische Forschungen erbrachten neben hunderten montanarchäologischen Fundstellen herausragende Aspekte, wie beispielsweise den Nachweis der größten Rennöfen ihrer Epoche in Europa oder eine zunehmend differenzierte Produktionslandschaft. Durch das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell geförderte Projekt „Latènezeitliche Eisenwirtschaft im Siegerland: Interdisziplinäre Forschungen zur Wirtschaftsarchäologie“ konnten großflächige Prospektionen durchgeführt, zahlreiche Ausgrabungen realisiert sowie mit weiteren Forschungskooperationspartnern interdisziplinär verschiedenste Aspekte der frühen Montanlandschaft sowie der Produktionskette vom Erz zum Eisen erforscht werden. Weiterlesen

Video: „EisenZeitReiseWeg – keltische Eisenproduktion im Siegerland“

Im Siegerland, einer Mittelgebirgsregion im südlichen Nordrhein-Westfalen, rauchten vor über 2000 Jahren die größten Eisenverhüttungsöfen ihrer Epoche in Mitteleuropa. Keltische Hüttenleute betrieben diese Hightech-Öfen und produzierten Massen an Stahl. Ein langjähriges Forschungskooperationsprojekt des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, der LWL-Archäologie für Westfalen sowie der Ruhr-Universität Bochum erforschte diese wichtige technikgeschichtliche Zäsur und führte dabei auch zahlreiche archäologische Ausgrabungen durch. Die wichtigste von ihnen am Bach „Gerhardsseifen“ bei Siegen-Niederschelden, Kreis Siegen-Wittgenstein, dauerte von 2009 bis 2012 und legte unter anderem zwei sehr gut erhaltene eisenzeitliche Verhüttungsöfen frei.
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100 Jahre amtliche Bodendenkmalpflege in NRW

LWL-Archäologie feiert Jubiläum mit Buch und Online-Ausstellung

Unter dem Titel „100 Jahre/100 Funde“ präsentiert die LWL-Archäologie für Westfalen die schönsten und bedeutendsten Funde aus der Region in einem Bildband. Foto: LWL/B. Schulte-Linnemann

Mit einem Festakt im LWL-Museum für Archäologie in Herne beging der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch (19.8.) das 100-jährige Jubiläum der amtlichen Bodendenkmalpflege in NRW. Unter dem Titel „100 Jahre / 100 Funde“ präsentiert die LWL-Archäologie für Westfalen die schönsten und bedeutendsten Funde aus der Region in einem Bildband. Die Höhepunkte westfälischer Archäologie werden außerdem in einer Online-Ausstellung im Internet gezeigt.

„Es ist erstaunlich, was uns die vermeintlich toten Gegenstände verraten können, wenn man sie zum Erzählen bringt“, freut sich LWL-Direktor Matthias Löb über das Projekt „100 Jahre / 100 Funde“. Dem Jubiläum zugrunde liegen die Ausführungsbestimmungen des Preußischen Ausgrabungsgesetzes von 1920.
Sie bilden einen Meilenstein in der Geschichte der Bodendenkmalpflege und legen den Grundstein für das heutige Denkmalschutzgesetz und die gesamte Bodendenkmalpflege in NRW. Weiterlesen

Burbach: Wanderung zur keltischen Wallburg

05.09.2020, 14:00 Uhr, Treffpunkt: Wanderparkplatz NSG Gambach
Die Burg, Burbach (Hintergrund)
Foto: „Die Burg“, Burbach (Siegerland), von Nordwesten gesehen, 16.5.2010, Dbawwsnrw / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Lebten Kelten auch im Bereich von Burbach? Ja! Um Christi Geburt hat diese Volksgruppe auf der Burg, oberhalb von Burbach eine sogenannte Wallburg errichtet.
Auf einer spannenden Exkursion zeigt Gerhard Gläser, Heimatforscher aus Wahlbach, den Wall der keltischen Befestigungsanlage, der auch heute noch – nach mehr als 2000 Jahre – deutlich zu sehen ist. Auch die Stelle, wo sich damals das Tor befand, ist noch zu erkennen. Ein weiteres geschichtliches Relikt, in diesem Fall aus dem Mittelalter, befindet sich innerhalb des Wallverlaufes: eine große Schlackenhalde. Dort haben die mittelalterlichen Hüttenleute Eisen in einem sogenannten Rennofen aus dem Eisenerz heraus geschmolzen. Eine spannende Zeitreise durch die Jahrtausende….

Anmeldung bei der Tourist-Info Burbach.

Quelle: Gemeinde Burbach, Veranstaltungen

Arbeiten für lebendigen Goetheplatz laufen

Wie erwartet sind bei der Baumaßnahme in der Bad Berleburger Oberstadt auch Überreste der zweiten Stadtkirche und der Krypta gefunden worden. Unter anderem die Archäologen des Landwirtschaftsverbands Westfalen-Lippe begleiten daher die Arbeiten.

Goetheplatz

Die Bagger rollen vor dem Bad Berleburger Schloss: Nach vielen Jahren der Planung wird zurzeit der Goetheplatz direkt vor dem Schlosstor umgestaltet. Ziel der Stadt Bad Berleburg ist es, dass sich in Zukunft Menschen jeden Alters wieder gerne auf dem Platz aufhalten. Der Goetheplatz soll wieder lebendiger werden. Doch nicht nur das: Geschichte soll dort konkret erlebbar werden.

Die Vitalisierung des Goetheplatzes wird mit gut 900.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung unter dem Dach der Südwestfalen REGIONALE 2013 gefördert. „Die Planung und auch die ersten Bürgerbeteiligungen zum Goetheplatz haben sicherlich etwas zu lang gedauert und waren ab einem gewissen Punkt festgefahren“, gibt Bürgermeister Bernd Fuhrmann zu. „Mit der Methode des Bürgerrats haben wir dann einen neuen Weg genutzt, um Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen. Das hat im Ergebnis zu einer Lösung geführt, die politisch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde und seit Mai auch umgesetzt wird. Wir gehen fest davon aus, dass auch das Ergebnis gut angenommen werden und einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft in unserer Stadt der Dörfer leisten wird.“ Weiterlesen

Spannende Spurensuche auf dem Kulturweg Eisen

LEADER-Region und NRW-Stiftung fördern Projekt des Wittgensteiner Heimatvereins

Bildzeile (v.l.): LAG-Vorsitzender Holger Saßmannshausen, die Bürgermeister Henning Gronau und Bernd Fuhrmann sowie der Vorsitzende des Wittgensteiner Heimatvereins, Otto Marburger, stehen an der alten Wandertafel des archäologisch-historischen Lehrpfades und blicken auf die Nekropole auf der Steinkaute in Birkefehl.

Bei dem Kulturweg Eisen geht es ums Ganze: Mit interessanten Informationen, unterhaltsamen Geschichten und emotionalen Momenten sollen die Wanderer der heimischen Historie auf besondere Art und Weise auf die Spur kommen – Natur und Kultur werden zum Erlebnis. Der Wittgensteiner Heimatverein möchte den bestehenden archäologisch-historischen Lehrpfad in das Konzept Kulturweg Eisen überführen und das Teilstück Aue – Birkefehl nach Schweizer Vorbild weiterentwickeln. Ermöglicht wird das Projekt zum einen durch die LEADER-Förderung und zum anderen durch die NRW-Stiftung, die die Mittel für den Eigenanteil zur Verfügung stellt. Weiterlesen

Online: Jutta Meurers-Balke, Tanja Zerl, Renate Gerlach (Hrsg.): Auf dem Holzweg …

Eine Würdigung für Ursula Tegtmeier. Archäologische Berichte 30

 

Der Titel des Dr. Ursula Tegtmeier gewidmeten Buches „Auf dem Holzweg …“ ist als Würdigung gedacht, beschreibt diese Redewendung doch wörtlich das wissenschaftliche Betätigungsfeld der Jubilarin, die Ende April 2019 offiziell in den Ruhestand ging.

Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten, in denen Ursula Tegtmeier Holz und Holzkohlen aus anatomischer, ergonomischer, ökologischer und vegetationskundlicher Sicht betrachtete, waren immer Verfügbarkeit, Funktion und Verwendung der von ihr untersuchten Holzfunde im Fokus ihres Interesses. Dazu stand sie in engem Kontakt zu Universitäten, Museen und zur Bodendenkmalpflege. Ihre Diskussionsbereitschaft wurde von zahlreichen archäologisch und naturwissenschaftlich arbeitenden Kollegen geschätzt.

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