„Reinhold-Forster-Erbstollen“ – Denkmal des Monats

Für das Siegener „Denkmal des Monats“ 2018 hat eine Auswahlkommission der Stadtverwaltung, bestehend aus Stadtbaurat Henrik Schumann, Björn Wienands als Abteilungsleiter u. a. für die Untere Bauaufsichtsbehörde und Heike Balzer (Untere Denkmalbehörde), das Objekt „Reinhold-Forster-Erbstollen“ für die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne NRW gewählt.

Der Stollen ist nach dem bekannten Naturforscher und Geologen Johann Reinhold Forster (1729-1798) benannt. Er wurde im Jahr 1805 angeschlagen und zunächst nur mit der Absicht angesetzt, die sogenannten „Tretenbacher Gänge“ der Gewerkschaft „Reinhold Forster“ von der Talsohle aus zu lösen und zutage zu fördern.

Später entwickelte sich der Reinhold-Forster-Erbstollen zum Grundstollen der Grube Eisenzecher Zug, einer der größten und tiefsten Eisenerzgruben im ehemaligen Siegerländer Erzrevier und zeitweise in Europa. In Betrieb war er bis 1902, danach diente er nur noch der Ein- und Ausfahrt von Bergleuten und dem Materialtransport zur Grube Eisenzecher Zug. Während des zweiten Weltkriegs war der Stollen Zufluchtsort für die Eiserfelder Bürgerinnen und Bürger; nach dem Krieg fungierte er bis 1977 als Sprengstofflager.

Betrieb als Besucherbergwerk
Einige Jahre später, ab 1983, haben Mitglieder des Eiserfelder Heimatvereins den Stollen zum Besucherbergwerk „Reinhold-Forster-Erbstolln“ hergerichtet und betrieben. Seit Juli 2016 ist die Gesellschaft Gewerkschaft Eisenzecher Zug gUG für den Betrieb und den weiteren Ausbau des Bergwerks verantwortlich. Der Stollen ist auf einer Länge von 470 Metern für Besucher begehbar und bietet interessante Einblicke in die harte und gefährliche Arbeit der früheren Siegerländer Bergleute.

Vom Eingang des Erbstollens bis zum Kaiserschacht zählt der Reinhold-Forster-Erbstollen mit einer Länge von 3.400 Metern einschließlich der Seitengänge zu den längsten Stollen in Nordrhein-Westfalen. Das Eingangsbauwerk des Reinhold-Forster-Erbstollens im Stil des Historismus gehört zu den aufwendigsten und prächtigsten Kleinarchitekturen des deutschen Bergbaus.

Bedeutend für die Stadt Siegen und darüber hinaus für das Siegerland ist es vor allem deshalb, weil es in Verbindung mit dem Stollen die Entwicklung des Siegerländer Eisensteinbergbaus anschaulich dokumentiert.
Quelle: Stadt Siegen, Pressemitteilung v. 24.10.2017

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