Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen entsteht

Aufbau des Hauses zur nordrhein-westfälischen Landesgeschichte nimmt Fahrt auf

Blick von der Rheinkniebrücke auf den Behrensbau, © Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein/ Axel Thünker

Der Aufbau des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen, das in Düsseldorf am historischen Ort im Behrensbau am Mannesmannufer entsteht, nimmt Fahrt auf. Das neue zeithistorische Museum, das im Jahr 2018 vom Landtag Nordrhein-Westfalen beschlossen wurde, wird die Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen zeigen. Seit April 2020 arbeitet die Landesstiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen an der Errichtung des neuen zeithistorischen Museums. Landtagspräsident André Kuper, MdL, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, und das ehrenamtliche Präsidium der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen unter Vorsitz von Prof. Dr. Hans Walter Hütter stellten heute die bisherigen Aktivitäten und den Planungsstand vor. Einen Vorgeschmack auf das künftige Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen gibt die Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“, die anlässlich des 75. Jahrestags der Landesgründung am 26. August 2021 im Düsseldorfer Behrensbau eröffnet wird.

Gemeinsames überparteiliches Projekt

Der Präsident des Landtags, André Kuper, sagt: „Ein Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ist seit Jahrzehnten immer wieder in der Politik und der Wissenschaft diskutiert worden. Jetzt realisieren Landtag und Landesregierung gemeinsam dieses historische Projekt. Und ich bin dankbar dafür, den Prozess vom ersten Tag an mitgestalten zu können: Meilensteine waren der Beschluss des Landtags für ein Haus der Geschichte im Januar 2018, das Stiftungsgesetz des Parlaments im Dezember 2019 und die Aufnahme der Arbeit ab Februar 2020. Ein Projekt dieser Größenordnung erfordert von allen Beteiligten persönliche Leidenschaft und Professionalität für eine übergeordnete Idee. Es ist die Idee, einen Ort zu schaffen, der Landesgeschichte lebendig hält und anregend erzählt. Dieser Ort lädt ein, sich mit Land und Leuten, ihrem Alltag und den Herausforderungen, mit den vielfältigen Regionen an Rhein und Ruhr, an Lippe und Sieg zu befassen. Und dieser Ort erzählt die Geschichte unserer Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Wer weiß, unter welch‘ schwierigen Voraussetzungen unser Land vor 75 Jahren entstanden ist, und wie sehr sich Generationen von Menschen seither für unsere Demokratie eingesetzt haben, der weiß den Wert unseres Zusammenlebens umso mehr zu schätzen. Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ist auch vor diesem Hintergrund zugleich ein Ort für die Gegenwart und eine gute Zukunft unseres Landes. Ich danke dem Präsidium der Stiftung unter Leitung von Herrn Prof. Hütter und allen Beteiligten.“

Beteiligung von Wissenschaft und Gesellschaft

Die Organe der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen sind das Kuratorium, das Präsidium, der Wissenschaftliche Beirat und der Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen. Das aufsichtführende Kuratorium setzt sich zusammen aus den Mitgliedern des Landtagspräsidiums, der Landesregierung, der Abgeordneten der Landtagsfraktionen und den Vorsitzenden der Landschaftsverbände. Den Vorsitz hat Landtagspräsident André Kuper, MdL. Stellvertreter ist Ministerpräsident Armin Laschet, MdL. Den Aufbau des Museums leitet zunächst bis Ende 2022 das dreiköpfige Präsidium mit Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Vorsitz), Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin a. D. des LVR-LandesMuseums Bonn und Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums in Essen und Vorstandsmitglied der Stiftung Zollverein. Das Kuratorium berief Ende 2020 die beiden beratenden Gremien der Stiftung: den Wissenschaftlichen Beirat und den Arbeitskreis gesellschaftlicher Gruppen. Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats ist Prof. Dr. Karl Rudolf Korte, Universität Duisburg-Essen, Vorsitzender des Arbeitskreises gesellschaftlicher Gruppen ist Klaus Hebborn, Beigeordneter beim Deutschen Städtetag / Landkreistag Nordrhein-Westfalen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände NRW.

Die Weichen sind gestellt

„Ein modernes, besucherorientiertes Haus auf den Weg zu bringen, das die Geschichte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes informativ und emotional in Ausstellungen, Veranstaltungen, Publikationen sowie in digitalen Formaten vermittelt und die Menschen einlädt, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes aktiv auseinandersetzen, ist unser Ziel“, sagt der Vorsitzende des Stiftungspräsidiums Hans Walter Hütter. Wichtige Grundlage hierfür sei die „institutionelle Selbständigkeit und inhaltliche Unabhängigkeit der Stiftung“. „Derzeit arbeiten wir unter Hochdruck an der Vorbereitung der Jubiläumsausstellung, die ab dem 26. August 2021 zum 75. Gründungsjubiläum des Landes im künftigen Sitz des Museums, im Behrensbau am Mannesmannufer, gezeigt wird“, so Hütter weiter. Nach der Ausstellung wird ab Sommer 2022 eine Wanderausstellung vier Jahre lang durch das Land reisen. Die Eröffnung des Museums in allen Funktionsbereichen ist für 2028 vorgesehen. Für die Gesamtmaßnahmen muss der Behrensbau, in dem dann auch das Landesforum NRW und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie ihren Sitz haben, umfassend revitalisiert werden. Dies geschieht in Regie des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW.

Behrensbau: erstes und größtes Objekt der Sammlung

Der historische Behrensbau ist, so Hütter, „das erste und größte Sammlungsobjekt der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ und „eines der kulturhistorisch bedeutsamsten Zeugnisse des Landes“, ergänzt Präsidiumsmitglied Gabriele Uelsberg. Der von Peter Behrens 1910 für die Mannesmannröhren-Werke AG entworfene Bau und spätere Sitz der ersten NRW-Ministerpräsidenten ab 1946 vereint zahlreiche Aspekte der Landesgeschichte und ist damit ein wichtiger Ausgangspunkt für den Auf- und Ausbau der Sammlung. Langfristiges Ziel sei es, „geeignete Objekte zu finden, die für die Geschichte und Geschichten des Landes und seiner Menschen stehen und diese zum Leben erwecken. Die Objekte unserer Sammlung sind die Basis, um die Geschichte des Landes in Ausstellungen lebendig werden zu lassen“, so Uelsberg weiter.

Ausblicke – Ausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ – ab 26. August

Was die Besucherinnen und Besucher künftig im Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen erwartet, erläutert Präsidiumsmitglied Heinrich Theodor Grütter: „Eine lebendige, partizipative Vermittlung am Puls der Zeit ist unser Ziel. Dabei ist es uns wichtig, ein Haus für alle Menschen zu schaffen und die Besucherinnen und Besucher mit multiperspektivischen Erzählungen in ihren unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten abzuholen – sowohl analog wie digital. Das Museum möchte ein Forum für gesellschaftliche Debatten bieten und dazu einladen, unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und sich eine Meinung zu bilden“, so Grütter weiter. Einen ersten Eindruck wird die Sonderausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ vermitteln, die zum 75. Landesgeburtstag vom 26. August 2021 bis zum 23. Mai 2022 im Behrensbau zu sehen sein wird. Die Ausstellung erzählt von besonderen Herausforderungen, die das Land seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg bewegt haben. Hierzu zählen Themen wie Politischer Neubeginn, Migration und wirtschaftlicher Strukturwandel.

Quelle: Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 6.5.2021

 

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