„Glück auf!“ im Museum Wilnsdorf

In diesem echten Grubenhunt können Besucher bereits jetzt Platz nehmen und das älteste vierräderige Fördergefäß aus nächster Nähe bestaunen. Demnächst erwartet die Besucher außerdem eine Museums-Mediathek mit einer großen Auswahl an Film- und Bildmaterial rund um den Siegerländer Bergbau.

„Glück auf!“ – dieser Bergmannsgruß könnte Besuchern des Museums Wilnsdorf schon bald häufiger begegnen. Denn in der neuen Dauerausstellung „Maschinenhalle Landeskrone“, die zurzeit in der volkskundlichen Abteilung entsteht, wird der Siegerländer Bergbau mit Hilfe digitaler Technologien ans Tageslicht geholt.

Die vom Förderverein Museum Wilnsdorf e.V. im vergangenen Jahr als LEADER-Projekt konzipierte Ausstellung wurde in den letzten Monaten in enger Zusammenarbeit mit dem LWL, dem Verein Bergbau Siegerland sowie der Wilnsdorfer Firma NPB realisiert. Im ehemaligen Naturkundekabinett (jetzt an anderer Stelle im volkskundlichen Bereich des Museums zu sehen) wurde mit entsprechender Wandgestaltung die beeindruckende Atmosphäre der ziegelgemauerten unterirdischen Maschinenhalle Landeskrone wiedererweckt. Hier erwartet die Besucher demnächst eine Museums-Mediathek mit einer großen Auswahl an Film- und Bildmaterial rund um den Bergbau. Das Museum Wilnsdorf darf mit Genehmigung der Lizenzbesitzer sehenswerte historische Filme zum Bergbau und zum Haubergswesen zeigen, die größtenteils noch gar nicht der Öffentlichkeit gezeigt wurden und teilweise bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Außerdem ist es im Besitz zahlreicher Super-8-Filme aus den 1950er bis 1970er Jahren, aufgenommen vom Wilnsdorfer Mineraliensammler und Bergbaufachmann Günther Jung und in den vergangenen Jahren komplett digitalisiert. Die Besucher können dann selbstständig aus den verschiedenen Videos und Diashows auswählen, auf einer der gemütlichen Sitzmöglichkeiten Platz nehmen und die spannende Geschichte des Siegerländer Bergbaus auf einem großen Fernsehbildschirm verfolgen.  

Blickfang der Ausstellung „Maschinenhalle Landeskrone“ ist ein echter Grubenhunt, der bereits jetzt bestaunt werden kann. Zwei Besucher finden in dem Hunt Platz und können das älteste vierräderige Fördergefäß aus dem Bergbau so aus nächster Nähe mit all seinen Details betrachten. Demnächst wird hier außerdem noch ein Bildschirm angebracht, auf dem ein Animationsfilm gezeigt wird, der die Besucher mit auf eine Fahrt „unter Tage“ nimmt – durch die vielen unterirdischen Gänge der Grube Landeskrone, vorbei an wissenswerten Infotafeln bis in die imposante Maschinenhalle mit ihrer damals eingesetzten Dampfmaschine.

Dieser Animationsfilm wird aber nur eine vorübergehende Lösung sein, erklärt Museumleiterin Dr. Corinna Nauck, denn „eigentlich sollen die Besucher virtuell in das Bergwerk einfahren – mithilfe einer VR-Brille – und die Grube so hautnah in 3D erleben und auf sich wirken lassen. Eine spektakuläre Erfahrung, die unsere Besucher hoffentlich schon bald am eigenen Leib erleben können.“ Zurzeit ist dies aus Hygienegründen wegen des Coronavirus leider noch nicht möglich. „Sobald die weiteren Entwicklungen es zulassen, werden wir den Besuchern dieses virtuelle Erlebnis ermöglichen. Da können sie schon jetzt gespannt sein.“

Auf seiner Website www.museum-wilnsdorf.de informiert das Museum Wilnsdorf über aktuelle Entwicklungen. Es kann mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt für das gesamte Museum kostet in Zeiten ohne Sonderausstellung 4€ für Erwachsene; Jugendliche/Schüler zahlen 3€; eine Familie mit bis zu fünf Kindern kann die Familienkarte für 10 € nutzen. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.

Quelle: Gemeinde Wilnsdorf, Aktuelles, 13.7.2020

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