Deutscher Mühlentag 2013

Muehlentag13Am Pfingstmontag, 20. Mai 2013 veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V. zusammen mit ihren Landes- und Regionalvereinen den diesjährigen Deutschen Mühlentag.
Die zentrale und offizielle Auftaktveranstaltung des diesjährigen Deutschen Mühlentages findet an der Windmühle Johanna im Hamburg Wilhelmsburg statt. Schirmherr der Veranstaltung ist der dortige Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Herr Olaf Scholz.
In allen Bundesländern laden wieder zahlreiche historische Mühlen (Windmühlen, Wassermühlen, Ross- bzw. Göpelmühlen, Motormühlen usw.) zu einem „Tag der offenen Tür“ ein, um der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung, Geschichte und Funktionen der „ältesten Kraftmaschine der Menschheit“ zu präsentieren.

Teilnehmer im Kreisgebiet:

Wassermühle Nenkersdorf
Standort: Sieg-Lahn-Str. 70, 57250 Netphen-Nenkersdorf
Kontaktperson:
Email: dorn_andre@web.de
Beschreibung: Die Nenkersdorfer Wassermühle wurde erstmals 1240 urkundlich erwähnt und ist heute noch voll funktionsfähig. Das im Eishaus liegende oberschlächtige Wasserrad, mit einem fünf-Meter-Durchmesser, treibt über vier Etagen zwei Walzenstühle, einen Schrotgang, Reinigungs-, Sichtermaschinen, eine Aspiration, Mehlmischer und Becherwerke an.
Geplante Aktivitäten: Mühle in Betrieb, Besichtigung, Mühlenführung, Mahlbetrieb, Bewirtung, musikalische Darbietung

Schmiede Bald
Standort: Arfetalstr. 16, 57319 Bad Berleburg-Arfeld
Kontaktperson: Reinhold Feisel, Oberes Loh 10, 57319 Bad Berleburg, Tel.: 02755/ 21 8
Email: lippe@muehlen-dgm-ev.de
Beschreibung: Schmiede und Stellmacherei Bald (1860) mit Wasserrad (1910) zum Antrieb aller Maschinen. Vollständige, heute als Schmiedemuseum geführte, frühgewerbliche Anlage. Eine regionale Besonderheit dieses Standortes war das „Klauenbeschlagen“ von Zugrindern. Im Gebäude ist zusätzlich ein Backofen vorhanden.
Geplante Aktivitäten: Besichtigung/Führung, Bewirtung, Handwerkliche Darbietung

Wassermühle Niederdielfen

Standort: Zum Mühlenweiher 8, 57234 Wilnsdorf-Niederdielfen
Beschreibung: Die idyllisch gelegene Wassermühle mit Mühlenweiher und -graben ist ein Beispiel für die Mühlentechnik zu Beginn des 18. Jh.s – als Baujahr ist das Jahr 1729 überliefert. Im Herbst 1910 war das oberschlächtige Wasserrad defekt und musste durch eine Turbine ersetzt werden, die heute jedoch nicht mehr betriebsbereit ist.
Vollständig erhalten und funktionstüchtig sind das Mahlwerk mit der gesamten Mechanik, den handgeschmiedeten Eisenteilen und dem gusseisernen Zahnradgetriebe.
Geplante Aktivitäten: In Wilnsdorf kann am 20. Mai 2013, 11-18 Uhr die historische Wassermühle in Niederdielfen besichtigt werden. Der Heimatverein Niederdielfen führt stündlich durch die original erhaltenen technischen Einrichtungen der Wassermühle und zeigt, wie dort in der Vergangenheit Getreide gemahlen wurde. Natürlich wird an der Wassermühle Niederdielfen auch für das leibliche Wohl gesorgt sein. Und wer pünktlich zur Eröffnung kommt, darf sich auf Liedbeiträge der Chorgemeinschaft Cäcilia freuen.

Zweck des seit 1994 immer am Pfingstmontag stattfindenden Deutschen Mühlentages ist, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit auf diese technischen Denkmäler zu richten, deren Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Mühlen gelten als die ältesten Maschinen der Menschheit. Über 160 Anwendungsbereiche konnten für Mühlen bis heute nachgewiesen werden. Neben der Verarbeitung von Getreide dienten Mühlen u. a. dem Sägen von Holz, Pressen von Öl, Stampfen von Flachs (Bokemühle), Schöpfen bzw. Pumpen von Wasser, als Antrieb für Schmiedehämmer, zum Schleifen, zur Papierherstellung… Kurzum: Nahezu jede Maschine zur Ver- oder Bearbeitung von (Roh-)Stoffen nutze ursprünglich als Energiequelle die Naturkräfte Wasser oder Wind. Mühlen sind die (umweltfreundlichen!) Vorläufer unserer gesamten Technisierung.
Eine große Gefahr für Wassermühlen und Wasserkraftwerke stellt die momentane Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dar. Diese Richtlinie verfolgt das Ziel, die „lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer“ sicherzustellen, also die Entfernung sämtlicher „Querbauwerke“ in den Fließgewässern (dazu gehören vor allem historische, jahrhundertealte Stauwehre). Den alten Wassermühlen wird damit auf gesetzlicher Grundlage im sprichwörtlichen Sinne das Wasser abgegraben – für immer. Die DGM und ihre Landesverbände bemühen sich in Kooperation mit anderen
Organisationen um Aufklärung der Wassermühlenbesitzer und möglichst geringe Auswirkungen der EU-Bürokratie auf unsere alten Kulturdenkmäler, zumal auch historische Wassermühlen in zunehmendem Maße der umweltfreundlichen Stromerzeugung dienen. In Zeiten eines (auch in der Politik) wieder wachsenden Interesses an Erneuerbaren Energien kann die behördliche Niederlegung und Vernichtung historischer Wasserkraftanlagen nur als kontraproduktiv bezeichnet werden. Die so genannte „Energiewende“ stellt deshalb eine neue Chance für die Erhaltung und Nutzung kleiner Wasserkräfte dar, zu der auch historische Wassermühlen gehören.
Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der DGM gehört aber auch die Erforschung, Bewahrung und Vermittlung mühlenkundlichen Wissens. Hierzu erschien zum Deutschen Mühlentag 2010 erstmals die „Kleine Mühlenkunde“ von Philipp Oppermann (Internationales Mühlenmuseum Gifhorn) und Torsten Rüdinger (Historische Mühle Potsdam). Zum Deutschen Mühlentag 2012 konnte bereits die zweite Auflage dieses
Buches veröffentlicht werden. Seit Juni 2012 ist auch die als Jubiläumsfestschrift der DGM deklarierte Publikation „Wasser, Wind und Muskelkraft. Die Getreidemühle in Legenden und Fakten“ der Autorengemeinschaft Wolfgang Kuhlmann/ Uwe Karstens/Dr. Jochim Varchmin, die sich wesentlichen Fragen der historisch korrekten
Mühlenforschung und -geschichte widmet, erschienen und erhältlich.
Weitere Informationen zum Deutschen Mühlentag und zur DGM finden Sie unter www.muehlen-dgm-ev.de .

Quellen:

1)Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, e. V., Seite Mühlentag
2) Pressemitteilung der Gemeinde Wilnsdorf
3) Kulturregion Südwestfalen, Vernastaltungshinweis (Wilnsdorf)

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