Literaturhinweis: Traute Fries: „Jüdische Familien aus Klafeld-Geisweid“

Die Autorin hat auf 37 Seiten die Geschichten der Familien Schatzki, Rosenblum und Salomon sowie der Geschwister Löwenstein zusammengestellt. Die mit vielen Illustrationen verseheen Borschüre wird vom Aktiven Museum Südwestfalen zum heutigen Gedenktag vorgelegt.

Bundesarchiv: Neue Ausgabe des Fachmagazins „Forum“ erschienen

Das aktuelle Heft enthält die Beiträge der Fachkonferenz „100 Jahre Reichsarchiv“, die am 22. und 23. Oktober 2019 in Berlin stattfand.

Das einhundertjährige Jubiläum der Gründung des Reichsarchivs im Oktober 1919 war für das Bundesarchiv der Anlass, auf einer Fachkonferenz im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Entwicklung des Reichsarchivs, seiner Nachfolgeinstitutionen und anderer zentraler Archive mit Bezug zur deutschen Geschichte in den Blick zu nehmen und nach der Bedeutung der Archive für die Gesellschaft damals und heute zu fragen. Das Grußwort der Kulturstaatsministerin, der Festvortrag von Jörn Leonhard (Freiburg) und alle weiteren auf der Tagung gehaltenen Vorträge können jetzt in der neuen Ausgabe des „Forum“ nachgelesen werden.

Die digitale Fassung des aktuellen Bandes steht ab sofort zum Download bereit. Mit dem Erscheinen und der Versendung des gedruckten Heftes wird für Mitte Februar 2020 gerechnet. Wir wünschen eine anregende Lektüre!
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Quelle: Bundesarchiv, Öffentlichkeitsarbeit v. 21.01.2020

Zur Diskussion über die Veranstaltung s. a. Archivwelt-Blog v. 13.11.2019

Neuerscheinung zur Geschichte der Reformation in Westfalen

Ende 2019 ist die Dokumentation der Herbsttagung der Historischen Kommission für Westfalenim Oktober 2017 in Lemgo erschienen. Während es 2015 in Lippstadt um die Voraussetzungen und Vorbedingungen der Reformation ging, wurden 2017 insbesondere die Auswirkungen sowie ausgewählte Sonderfälle der Reformation behandelt.

In einigen Städten und Territorien Westfalens erfolgte die Reformation in kleinen Schritten – den Spezifika dieser „Langzeitreformation“ gehen die Beiträge der ersten Sektion nach, dargestellt werden Dortmund, Rietberg und die adeligen Herrschaften. In der zweiten Sektion wird die lutherische und reformierte Konfessionskultur betrachtet, also der Zusammenhang von Bekenntnis, Gottesdienst und frommem Miteinander im Alltag der Gemeinden. Behandelt werden die Beispiele Lippe und Hamm, die Katechese und der westfälische Anteil an der Ausdifferenzierung des Protestantismus. Die dritte Sektion widmete sich den Gegensätzen: Was passierte in den Teilen Westfalens, in denen sich die Reformation nicht etablieren konnte? Hier geht es um die Täufer im Westmünsterland, um die Städte im Münsterland, das Kloster Herzebrock und die Koexistenz von Lutheranern und Reformierten in Lemgo. Die meist lokal ausgehandelten Kompromisse sicherten ein erträgliches Miteinander.

Als Besonderheit ist dem Band eine Audio-CD beigefügt, die eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Tagung dokumentiert. „Bekenntnis, Trost und Gotteslob – Lieder der Reformationszeit aus Westfalen“ lautete der Titel eines Konzertes am 27. Oktober 2017 in der Kirche St. Marien in Lemgo. Ausführende waren die MarienKantorei Lemgo unter der Leitung von Landeskantor Volker Jänig sowie Prof. Tomasz Adam Nowak an der historischen Schwalbennestorgel der Kirche St. Marien.

Bibliographische Daten: Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 2: Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, herausgegeben von Werner Freitag und Wilfried Reininghaus. Münster: Aschendorff Verlag 2019, 391 Seiten und beigefügte CD (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 47), ISBN 978-3-402-15132-7, Preis: 44 Euro.

Die einzelnen Beiträge des Bandes sind wie immer aufgeführt im Gesamtverzeichnis der HiKo-Veröffentlichungen (Seite 26), die aktuelle Fassung für Januar 2020 steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Schriftenverzeichnis_2020-01.pdf.

Linktipp: „Unser Siegen – Platz für Deine Geschichte“

Auftaktveranstaltung am 21.01.2020 in Siegen

„Jede Geschichte unserer Stadt hat ihre Zeit, jede Generation ihren eigenen Blick darauf. Und doch: An Momente und Ereignisse zu erinnern, Wissen und Erfahrungen zu teilen, verbindet uns. Das Projekt „Unser Siegen“ verdeutlicht dies auf besonders anschauliche Art und Weise. ….
 „Unser Siegen“ ist ein Museumsprojekt (des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss), das keine Dinge sammelt, sondern Geschichten, die Geschichten von Menschen unserer Stadt. Je mehr mitmachen, desto lesenswerter wird dieses Zeit-Kaleidoskop.“
Quelle: Stadt Siegen, 17.1.2020

Zwei Festschriften zum 200. Jubiläum des Oberlandesgerichts Hamm

Quelle: www.grafik-werk.de

„Es soll die Verlegung des Ober-Landes-Gerichts von Cleve nach Hamm ohne Verzug, spätestens zum 1. Juli d. J. geschehen…“

Aufgrund dieser Kabinettsorder des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. vom 20. April 1820 wird das Klever Oberlandesgericht nach Hamm verlegt. Der Umzug kann pünktlich zum 1. Juli 1820 vollzogen werden. In bescheidenen, begrenzten Verhältnissen nimmt das Oberlandesgericht im Jahr 1820 in Hamm seine Tätigkeit auf. Im Zuge des industriellen Aufschwungs und des sozialen Fortschritts ist aus dem Oberlandesgericht Hamm das Größte der heute 24 Oberlandesgerichte der Bundesrepublik Deutschland geworden. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Ernst Barlach Die Briefe – Kritische Ausgabe in vier Bänden.“

Herausgegeben von Holger Helbig, Karoline Lemke, Paul Onasch und Henri Seel
Erschienen: 24.12.2019, Gebunden, 2986 Seiten, ISBN: 978-3-518-42877-1


„Ernst Barlach nimmt unter den Künstlern der Moderne einen besonderen Platz ein. Über Barlachs Der tote Tag befand Thomas Mann, es sei das »Stärkste und Eigentümlichste …, was das jüngste Drama in Deutschland hervorgebracht hat«. Über seine Plastiken hielt Bertolt Brecht fest: »Sie haben viel Wesentliches und nichts Überflüssiges.« Als Neil MacGregor 2014 für seine Londoner Ausstellung »Deutschland – Erinnerungen einer Nation« nach einem ikonischen Exponat suchte, entschied er sich für Barlachs »Schwebenden« aus dem Güstrower Dom.
Anlässlich des 150. Geburtstages von Ernst Barlach erscheinen seine Briefe in einer vierbändigen Ausgabe. Sie enthält neu aus den Originalen transkribierte Texte mit einem kontextbezogenen Kommentar. Ein Viertel der gut 2200 Briefe wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.
Mit den Briefen schrieb Barlach den Roman seines Lebens. Der Bogen reicht von Sinnsuche und Selbstaussprache über Künstlerwerdung und Meisterschaft bis hin zu Verzweiflung und Vereinsamung. Der alleinerziehende Vater gibt Nachricht, der selbstbewusste Künstler verhandelt, der Einzelgänger zieht sich zurück, der politisch interessierte Beobachter kommentiert. Der hier schreibt, ist belesen in vielen Literaturen, bewandert in der Kunst und begabt, von sich zu sagen. Er ist feinfühlig und unbescheiden, neugierig und starrsinnig, er bittet und ignoriert. In seinen Briefen wird Barlach kenntlich als Mensch.“
Quelle: Verlagsseite

Die Edition enthält die Korrespondenz Barlachs mit dem Siegerländer Künstler Alois Stettner

Dorfchronik zu 675 Jahre Netphen-Unglinghausen erschienen:

Über drei Jahre arbeitete ein mehrköpfiges Redaktionsteam an der 712 Seiten starken Publikation, die im Dezember 2019 erschienen ist. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt die inhaltliche Bandbreite: Inhaltsverzeichnis (PDF) .

Das Buch kann über den Bürgerverein Unglinghausen e.V. zum einem Preis von 34,– € zzgl. Porto bezogen werden.

Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen in Marburg online

Archivalia verweist auf die Online-Veröffentlichungen auf dem Publikationsserver der Universität Marburg hin.

Beispielsweise ist der „Catalogus Professorum Academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität in Marburg von 1527 bis 1910“ von Inge Auerbach und Franz Gundlach einsehbar, der auch Angaben zu Personen enthält, die im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein geboren wurden. Ein Orts- und Personenregister erleichtert die Suche.

„Ein gar feiner, gelehrter und gottesfürchtiger Mann“

Stadtarchiv Siegen erinnert an das 400. Todesjahr des Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620)

DE VERITATE RELIGIONIS des französischen Staatsmanns Philippe de Mornay von 1597. Die Titelseite weist Siegen (Sigenae) in der Grafschaft Nassau als Druck- und Verlagsort aus. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivalien aus den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe wird anlässlich des 400. Todesjahres des akademischen Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620) neben der Person an die Bedeutung und Verbreitung des „gedruckten Wortes“ vor knapp vier Jahrhunderten in der Grafschaft Nassau erinnert.

Zweimal wurde die 1584 von Graf Johann VI. „dem Älteren“ zu Nassau (1536-1606) gegründete Hohe Schule von Herborn nach Siegen verlegt. Die universitätsähnliche „Academia Nassauensis“ mit ihren vier Fakultäten und angeschlossenem Pädagogium ließ sich von 1594 bis 1599 und nochmals von 1606 bis 1609 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Siegener Franziskanerklosters nieder. Dadurch wurde die universitäre Tradition Siegens begründet. Den ersten Umzug nach Siegen machte auch Christoph Corvin mit. Seine Ende des 16. Jahrhunderts in Siegen hergestellten Bücher auch internationaler Gelehrter dienten der literarischen Versorgung von Hochschulprofessoren und Studierenden. „Das Gewerbe Corvins war ein Gewinn für die Stadt Siegen mit einer Blütezeit des Bildungs- und Verlagswesens“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Die vorübergehend in Siegen untergebrachte „Universa Schola Nassovia Sigenensis“ („Hohe Schule Nassaus in Siegen“) mit dem Staatsrechtler und Juristen Johannes Althusius an ihrer Spitze sorgte für einen pulsierenden akademischen Betrieb innerhalb der Stadtmauern. In der Bildungsstätte wurden die von reformierten Theologen und Philosophen angestoßenen Bildungsreformen konsequent weitergeführt. Weiterlesen