Vortrag: Fabian Kiehl: “Die Firma Berg – Baracken und Behelfsheime”

Samstag, 17. November, 19:00 bis 20:00, Haus Pithan, Im Bruch 4, 57250 Netphen

Fabian Kiehl trägt in der Reihe “Dreisber Geschichte(n)” aus seiner Facharbeit über das Baugeschäft und Sägewerk seines Urgroßvaters Erwin Berg vor. Die Firma Berg hat als Produktionsort von einem der typischen historischen Industrieplätze aus den Ort Dreis-Tiefenbach mit Bauwerken mitgeprägt. Die massive evangelische Kirche, hoch am Lieschberg, ist das sichtbarste Zeichen.

Quelle: Heimatverein Alte Burg Dreis-Tiefenbach, Termine

Heute vor 100 Jahren: Frauenwahlrecht

Mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten vom 12.11.1918 an das deutsche Volk erhielten die Frauen im Deutschen Reich das aktive und passive Wahlrecht.

Kerstin Wolff (li.)

In einer Veranstaltung der Universität Siegen skizzierte die Kasseler Historikerin Kerstin Wollff den langen Weg dorthin. Ein guten Überblick gibt der Beitrag Wolffs “Auch unsere Stimme zählt! Der Kampf der Frauenbewegung um das Wahlrecht in Deutschland” in “Aus Politik und Zeitgeschichte” 42/2018, der hier als PDF angesehen werden kann: Wolff, Frauenwahlrecht

Landesweite Studie nennt erstmals die Todesopfer durch Novemberpogrome von 1938 für Nordrhein-Westfalen

Weit mehr Menschen durch antijüdische Ausschreitungen ums Leben gekommen als bisher angenommen – Nordrhein-Westfalen legt als erstes Bundesland wissenschaftliche Studie zu Opferzahlen vor. 5 Opfer sind im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein bekannt.

V.l.: Klaus Kaiser, Parlam. Staatssekretär NRW-Kulturministerium, Projektbearbeiter Immo Schatzschneider und Gerd Genger, Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte und Hildegard Jakobs, stellvertr. Leiterin. Foto: Stadt Düsseldorf, Gstettenbauer

Mindestens 127 Menschen kamen im Zuge der Novemberpogrome von 1938 auf dem Gebiet des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ums Leben – das ist das Ergebnis eines landesweiten Forschungsprojekts der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Ergebnisse des vom Land geförderten Projekts belegen, dass die bisher kursierende Zahl von 91 Toten im gesamten damaligen Deutschen Reich viel zu niedrig ist. Forscherinnen und Forscher haben die Abschlussergebnisse der Studie gemeinsam mit Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, in der Mahn- und Gedenkstätte vorgestellt. Weiterlesen

Vortrag “Die Gesellschaft der Eva von Buttlar und ihr Gefolge.

Eine extrem gelebte Sonderform des radikalen Pietismus – eine Spurensuche im 18. Jahrhundert.”
Donnerstag 15.11.2018, 18:30, Siegen, KrönchenCenter, Markt 25

In Saßmannshausen erlebte die Sozietät der Eva von Buttlar zu Beginn des 18. Jahrhunderts ihre Hochphase. Undatierte Ansichtskarte um 1916 (Vorlage: Dr. Ulf Lückel)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ beleuchtet der Kirchenhistoriker Dr. Ulf Lückel am 15. November 2018 um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen eine ganz besondere Ausprägung des radikalen Pietismus.
Um die Sozietät der Eva Margaretha von Buttlar (1670-1721) ranken sich wohl die meisten wilden Fantasien, Spekulationen und letztlich unreflektierte Fehleinschätzungen über eine religiöse Gemeinschaft im 18. Jahrhundert. Obschon die Gruppe um Eva von Buttlar für nur knapp zwei Jahre in Wittgenstein ihren Aufenthalts- und Wirkungsort hatte, wird sie auch heute noch in aller Regel mit ihren sexuellen Ausschweifungen in Verbindung gebracht. Schon vor rund drei Jahrhunderten beobachtete die Bevölkerung das Treiben unverheiratet zusammenlebender Personen beiderlei Geschlechts, die den Liebeskuss und freie Liebe praktizierten, mit großem Argwohn. Denn in der im Volksmund abschätzig „Buttlarsche Rotte“ bezeichneten Gruppe galt der promiskuitive Verkehr mit „Mutter Eva“ als reinigend. Viele dem Pietismus verbundene Personen möchten die Geschehnisse um sie daher am liebsten verschweigen, doch diese religiöse Ausprägung kann und darf aus kirchen- und regionalgeschichtlicher Sicht nicht einfach ignoriert werden, wie Dr. theol. Ulf Lückel von der Philipps-Universität Marburg an diesem Abend erläutern wird. Weiterlesen

Workshop „Vorbei und vergessen? Die Lösung: Das Vereinsarchiv!“

Donnerstag, 15. November 2018, 19:00 – 20:30 Uhr, Kulturhaus LŸZ, 2. Etage, Raum 205
Zielgruppe: Ehrenamtlich Tätige, ehrenamtliche Vereine und Gruppen
Referent: Thomas Wolf, Kreisarchivar

“Die Veranstaltung richtet sich an Vereinsarchivare sowie an Vereinsverantwortliche, die ein Archiv aufbauen möchten. Das Vereinsarchiv soll die rechtlich wichtigen und geschichtlich relevanten Unterlagen eines Vereins sichern und nutzbar machen.
Das Archiv dokumentiert dauerhaft das Vereinsleben für die Nachwelt. Nach einer kurzen Einführung werden die Möglichkeiten, das Archivgut zu erfassen und zu erschließen, dargestellt. Einfache Tipps zur Behandlung von geschädigtem Archivgut fehlen ebenso wenig wie Angaben zu den erforderlichen Raum- und Klimabedingungen. Die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Archivierung werden diskutiert, Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt.”
Quelle: Broschüre “Ehrenamt – Fortbildungen 2018 Für bürgerschaftlich Engagierte im Kreis Siegen-Wittgenstein”

5. Lechtstonn im 4FACHWERK Museum in Freudenberg

Mittwoch, 14. November 2018, 17:30 Uhr, mit Dieter Siebel und Bodo Hoffmann

Die „Jägerei“ bot auch im Flecken den Hintergrund zahlreicher Anekdoten. Hier im Bild „Haas-Knoten“ (Bildmitte) mit seinen Jagdkollegen, die sich für die 500-Jahr-Feier im Jahre 1956 in historischen Gewändern herausgeputzt hatten.

Die „Lechtstonn“ war im Flecken die Zeit der Abenddämmerung. Diese Stunde nach getaner Arbeit wurde gerne genutzt, sich zu treffen, um sich über die Neuigkeiten des Tages auszutauschen oder einfach Geschichten zu erzählen. Bei der nächsten Ausgabe steht die Nachkriegszeit im Mittelpunkt, die durch Hunger gekennzeichnet war, bei der aber trotzdem ein gewisser Humor nicht verloren ging.
Es geht um Erinnerungen an die Nachkriegsjahre, an „Hamstern“, Mithilfe bei der Ernte, Waldbeeren suchen oder Bucheckern sammeln. Jene Zeit bedeute für die Jüngsten auch Abenteuer in Flecker Gärten und Baumhöfen.
Trotz der Not erlebten die Kinder aus ihrer Sicht eine wunderbare Zeit. War auch das Essen knapp, irgendwie kamen Spiel und Spaß nicht zu kurz. Also: „Hunger und Humor“ oder „Humor trotz Hunger“ – unter diesem Motto steht der Erzähleabend. Weiterlesen

Ausstellung “Teddy, Püppi & Co.”

Mit dieser Ausstellung rund um Spielzeug führt das Museum Wilnsdorf die Tradition weiter, in regelmäßigen Abständen Schätze und Schätzchen aus seinen Sammlungen zu Volkskunde, Kultur- und Menschheitsgeschichte zu zeigen.

Diese Ausstellung wendet sich an alle jungen und jung gebliebenen Museumsbesucher. Sie zeigt an Exponaten, die bis zu 6.000 Jahre alt sind, dass Spielen und Spielzeug schon in der Steinzeit aktuell war, und sie lässt Schätze aus der jüngeren Vergangenheit aus ihrer Versunkenheit auftauchen: den Stubenwagen aus den 50ern, den Eisenreifen aus den 20ern, die viel geliebte und wenig bespielte Porzellanpuppe, den in Grund und Boden geliebten Teddybär, „technisches“ Spielzeug aus 200 Jahren, Baukästen, Brettspiele, Lernspiele und nicht zu vergessen, das Spielzeug für das Kind im Mann, dies alles und noch viel mehr kann hier bestaunt, belächelt und mit ein paar sentimentalen Gedanken bedacht werden. Weiterlesen

Namensumbenennung der Hindenburgstraße in Hilchenbach

Antrag gemäß §8 der Geschäftsordnung des Rates der Stadt Hilchenbach des Ortsverbandes der Linken v. 31.10.2018:

“Angestoßen durch eine erneute Bürgereingabe haben wir uns intensiv mit dem Leben des Reichspräsidenten Hindenburg beschäftigt. Grundlage war hier insbesondere die wissenschaftlich sehr anerkannte Biografie des Wolfram Pyta („Hindenburg-Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler“). Unserer Einschätzung nach ist Hindenburg deutlich mehr als nur der Steigbügelhalter Hitlers, verhalf Hindenburg doch durch aktives Wirken und Werben der NSDAP zu einem deutlichen Wahlerfolg und auch in seinem politischen Testament bezeichnet Hindenburg Hitler als Erfüller und Vollender seiner Sehnsucht. Hindenburgs Werdegang ist geprägt von der Monarchie und dem Wunsch nach einer deutschen Volksgemeinschaft. Sein militärisches Handeln verursachte unnötige Tote in einem aussichtslosen Stellungskampf und durch Provokation den U-Boot Krieg, der erwartungsgemäß die USA zum Kriegseintritt bewegte. Weiterhin förderte Hindenburg den völkerrechtswidrigen und erstmaligen Einsatz von Giftgas im 1. WK in Ypern/Belgien am 22. April 1915. Mit der Schaffung der sog. Dolchstoßlegende legte er unnötige Last auf die junge Weimarer Republik. Sozialdemokratischen, liberalen und kommunistischen Kräften begegnete er von Beginn am mit unverhohlenem Misstrauen und beschwor stets den nationalen Gedanken. Seine Rolle als anerkannter Militarist nutzte er geschickt aus und begab sich zunehmend in die Rolle des Politikers. In dem berühmten Museum in Verdun findet sich folgende Beschreibung seines Handelns: „Mit General Ludendorff befürwortet er den totalen Krieg und errichtet nach und nach eine regelrechte Militärdiktatur in Deutschland.“ Weiterlesen

Online: Manuel Zeiler et al.: “Die Berge rufen! Archäologisch-anthropologische Studie zur Migration

in die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland (Nordrhein-Westfalen) anhand von Brandbestattungen”
Archäologisches Korrenspondenzblatt 47. Jg. Heft 2 (2017), S. 173 – 199.
 
“In der Fallstudie an eisenzeitlichem Leichenbrand aus der Montanlandschaft Siegerland werden archäologisch sowie anthropologisch Aspekte der Migration und des Kulturtransfers diskutiert. Auf der Grundlage des archäologischen Be
fundes konnte mittels 87 Sr / 86 Sr-Isotopenanalysen der Einzugsbereich der Bestatteten wahrscheinlich gemacht werden.”

s. a. Sebald et al.: “Provenance analysis of human cremations by 87 Sr/ 86 Sr isotopic ratios: migration into an Iron Age mining region in North-Rhine Westphalia”, in: Open Journal of Archaeometry 2018, volume 4 (7512), S. 6 – 12, Link: Sebald_et_al._2018_-_Provenance_analysis