LWL-Kulturstiftung fördert Themenjahr: „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“

Die Ausstellung „Heimatkunde – Westfälische Juden und ihre Nachbarn“ im Jüdischen Museum Westfalen, Dorsten, (November 2014 – Mai 2015) wurde von der LWL-Kulturstiftung gefördert. Foto: Rüdiger Hornkamp

„Bundesweit wird das kommende Jahr zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das unter dem Titel „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und heutigem Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland präsentiert. Mit einem Förderschwerpunkt beteiligt sich die LWL-Kulturstiftung daran und ruft alle Kulturakteure in Westfalen-Lippe auf, durch Projekte dieses Programm mitzugestalten.

Seit 1.700 Jahren leben Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. In Köln ereignete sich im Jahr 321, dass Kaiser Konstantin ihnen urkundlich den Zugang zu Stadtämtern ermöglichte. So wirkt anlässlich dieses Datums von Köln ausgehend das Themenjahr 2021 mit Veranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen in die gesamte Bundesrepublik.

Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Als dessen Partner tragen die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themenjahr gemeinsam in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland. Weiterlesen

Ausstellung: „P. P. Rubens. Eine Reise durch Europa“ in Siegen

Siegerlandmuseum, ab 31. Mai 2020

„Reisen gehörte für Künstler vergangener Zeiten zum Alltag, mussten Sie doch ihren Auftraggebern die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Wollte man die Produktion der Konkurrenz kennenlernen, dann blieben einem nur die schwarz-weißen Kupferstiche oder das Reisen zu den Originalorten. Rubens bevorzugte das Letztere. Nach seiner Ausbildung begab er sich auf eine acht Jahre währende Italienreise, wurde Hofmaler des Herzogs von Mantua und reiste in seinem Auftrag das erste Mal nach Spanien an den Hof Philipp II. Es sollte nicht sein letztes Zusammentreffen mit einem spanischen König sein. Der Enkel Philipp IV., ganz ein Mensch des barocken hierarchischen Denkens, war skeptisch, als seine Großtante, Statthalterin Isabella Clara Eugenia, den bürgerlichen Handwerker Rubens als Diplomaten der spanischen Krone empfahl. Er sollte eines besseren belehrt werden. Aber nicht nur der spanische König war Gesprächspartner des Malers, sondern auch der englische König Karl I., der französische König Ludwig XIII. oder die französische Königinmutter Maria de Medici. Aus den zahlreichen Briefen von Rubens wird ganz deutlich, dass er sich nicht nur an den jeweiligen Höfen bewegte, sondern dass ihn Land und Leute und besonders die Struktur der Städte und ihre Kunstschätze interessierten. Auf unserer Reise durch Europa lernen wir wichtige Stationen im Leben von Peter Paul Rubens kennen, aber auch die Städte, in denen er sich bewegte und die Menschen, die er traf. Wie sahen Paris und London, Rom und die Residenzstadt der spanischen Statthalter in den südlichen Niederlanden Brüssel aus, wie viele Einwohner zählte man und welche Sehenswürdigkeiten bewundern wir bis heute? So war das Rom des beginnenden 17. Jahrhunderts ein anderes als wir es heute sehen, keine Kolonaden vor dem Petersdom, kein Baldachin im Inneren, kein Vierströmebrunnen und keine spanische Treppe. Wir laden sie ein zu einer ganz besonderen Reise in die Welt des 17. Jahrhunderts.“

Online: Kathrin Waas: „Steckelcher uß dem Seejerland“

Die Universitäts- und Landesbibliothek Münster hat die 1910 in zweiter Auflage in Siegen erschienene Publkikation von Kathrin Waas alias Auguste Achenbach geb. Spies (geb. 30. Juli 1854 – gest. 4. März 1918) online gestellt.

Literatur zur Autorin:
1.) Kruse, Hans: Frau Superintendent Auguste Achenbach zum Gedächtnis – in: Siegener Ztg. Jg 96, Nr 58 v. 09.03.1918.
2.) Böttcher-Achenbach, Hedwig [Anm. Tochter der Autorin]: Vom Leben und Dichten der Waas Kathrin (d. i. Auguste Achenbach geb. Spies) – in: Siegerland. Bd 13, 1931, S. 26-28

Wikipedia-Artikel zu Richard Winckel (1870 – 1941)

Bringt Euer Geld - helft zum Frieden, und - Das Glück kommt wieder! - Winckel. LCCN2009631648Zeichnung zur achten Kriegsanleihe, Berlin 1918, von Richard Winckel (1870-1941), artist; Rehse Archiv für Zeitgeschichte und Publizistik, DLC, former owner – Library of Congress, Catalog: https://lccn.loc.gov/2009631648
Image download: https://cdn.loc.gov/service/pnp/cph/3a20000/3a23000/3a23600/3a23614r.jpg
Original url: https://www.loc.gov/pictures/item/2009631648/, Gemeinfrei, Link

In diesem Monat hat Dieter Bald einen Wikipedia-Artikel zu dem aus Bad Berleburg stammenden Maler und Graphiker Richard Winckel verfasst.

Siegen: Schlossmauer-Sanierung – Weiterer Teilbereich kurz vor der Fertigstellung

Insgesamt 90 Meter Mauerbereich wurden hinter der Dreifach-Sporthalle Am Oberen Schloss instand gesetzt. Die Arbeiten dort sind in Kürze abgeschlossen. (Foto: Stadt Siegen)


Die Sanierung der Siegener Schlossmauer schreitet weiterhin zügig voran. Nachdem Ende des vergangenen Jahres der dritte von insgesamt acht Bauabschnitten abgeschlossen wurde, steht nun der erste Teilbereich des vierten Bauabschnittes kurz vor dem Abschluss.
Insgesamt 90 Meter Mauerbereich wurden von den Arbeitern hinter der Dreifach-Sporthalle Am Oberen Schloss instand gesetzt. Weiterlesen

LWL: „Museen brauchen starke Fürsprecher“

Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Foto: LWL

Drei Fragen an Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zum neuen Museumsverband NRW

Ein neuer „Museumsverband NRW“ soll aus der westfälischen Interessenvertretung und dem rheinischen Zusammenschluss der Museen hervorgehen (Vereinigung Westfälischer Museen und Verband Rheinischer Museen). Der Museumsverband NRW mit Sitz in Dortmund wird eine hauptamtliche Geschäftsführung bekommen, die Gründung ist für Herbst 2020 geplant. Der LWL, der Landschaftsverband Rheinland und das NRW-Kulturministerium wollen den neuen Verband mit jeweils 100.000 Euro pro Jahr finanzieren.

Frau Rüschoff-Parzinger, was genau soll der neue Verband machen?

Der neue Museumsverband soll den kommunalen Museen, aber auch Häusern in anderen Trägerformen eine starke Stimme verleihen, die in Öffentlichkeit und Politik für die Interessen der Museen in Nordrhein-Westfalen eintritt und ihre zentrale Bedeutung als Orte kultureller Bildung herausstellt.
Und die momentane Krisenzeit zeigt, wie wichtig eine solche Stimme ist. Die Corona-Pandemie stellt die Haushalte der Städte und Kommunen auf eine beispiellose Belastungsprobe und könnte den einen oder anderen Politiker in Versuchung führen, Kürzungen im Kulturbereich als das geringste Übel anzusehen – nach dem Motto: „Kultur – eine freiwillige Aufgabe – brauchen wir in diesen Zeiten nicht“. Der Museumsverband kann hier gegensteuern, in dem er den Wert musealer Arbeit in Politik und Gesellschaft herausstellt und sich für gute Rahmenbedingungen einsetzt.
Außerdem soll der Museumsverband NRW durch eine kontinuierliche, qualifizierte Verbandsarbeit seine Mitglieder weiter professionalisieren und vernetzen. Kooperationen zwischen Museen und anderen Akteuren in Kultur und Bildung, wie zum Beispiel Universitäten, Bibliotheken und Theater, sind hier ebenso denkbar wie transnationale Projekte im grenznahen Raum. Weiterlesen

LWL unterstützt Fusion der Museumsverbände in NRW

„Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wird einen neuen „Museumsverband NRW“ mit jährlich 100.000 Euro unterstützen. Der neue Verband soll aus der westfälischen Interessenvertretung und dem rheinischen Zusammenschluss der Museen hervorgehen (Vereinigung Westfälischer Museen und Verband Rheinischer Museen). Der neue fusionierte Verband für NRW wird zunächst für drei Jahre mitfinanziert. Das beschlossen am Freitag (15.5.) in Münster die Abgeordneten im LWL-Landschaftsausschuss. Weiterlesen

Archivare aus dem Kreisgebiet IV: Ernst Canstein

Neuer Stolperstein in der Schloßstraße in Bad Laasphe

„Es war eine besondere Stolpersteinverlegung am vergangenen Donnerstag in der Bad Laaspher Schloßstraße vor dem Haus Nummer 6. Nicht nur, weil aufgrund der aktuellen Corona-Situation der Rahmen ganz klein ausfallen musste. Sondern auch, weil dieser neue Stolperstein, der 86. in Bad Laasphe, der erste ist, der nicht an ein durch die Nationalsozialisten umgekommenes Mitglied der jüdischen Gemeinde oder der beiden verfolgten Sinti und Roma-Familien erinnert. Mit ihm wird ab sofort für jeden sichtbar Ernst Canstein gedacht, einem Opfer der sogenannten Aktion T4, also der systematischen Ermordung von kranken und behinderten Menschen durch das NS-Regime, die von Januar 1940 bis August 1941 über 70.000 Männer und Frauen das Leben kostete.

Den Anstoß zur diesem Stolperstein hatte – wie schon bei den anderen Steinen – der Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit gegeben. Der Tag der Verlegung war nicht zufällig. „Heute ist Ernst Cansteins Geburtstag“, erklärte Freundeskreis-Vorsitzender Rainer Becker, als er in einer kurzen Ansprache auf das Leben von Ernst Canstein zurückblickte.

Canstein, geboren am 14. Mai 1867 in Wilhelmshütte im Kreis Biedenkopf, studierte nach dem Abitur Geschichte und Neuere Sprachen in Marburg und wurde nach Stationen in Biebrich und Geisenheim am Rhein schließlich Oberlehrer in Kassel. Nach derzeitigen Erkenntnissen schied er 1920 aus dem Schuldienst aus. In den Folgejahren verwaltete er das Fürstliche Archiv Sayn-Wittgenstein-Hohenstein im Laaspher Schloss. Canstein war unverheiratet und hatte keine Kinder, bis 1934 lebte er mit seiner ebenfalls ledigen Schwester in der Schloßstraße im heutigen Haus Nummer 6. Weiterlesen