Ausstellung: Georgia Krawiec: „Archivalien. Naturalien. Chemikalien.“

13.09.2019-28.11.2019, 08:00-16:30 Uhr, IHK-Galerie, Koblenzer Str. 121, 57072 Siegen

Fotogramme brauchen keine Kamera. Sie brauchen Zeit und Licht, um zu einem einmaligen Kunstwerk zu werden. Georgia Krawiec lässt das Licht malen – allerdings in ihrer Regie. Ich arrangiere zwischen einem Fotopapier und einer Glasscheibe Stillleben aus Pflanzen oder alltäglichen Dingen, erklärt die Fotokünstlerin. Diese Collagen hängt sie gerahmt an eine Wand. Und dann wartet sie ab, manchmal Monate, meistens sogar Jahre. Krawiecs Werke sind „lebendige Bilder“, das Licht zaubert Blüten zart wie Schmetterlingsflügel auf das silberhaltige Fotopapier, verwandelt einen Strauß Silbertaler in ein Luftballon-Gebilde oder umrahmt Geldscheine mit einem Strahlenkranz. Am Ende des Prozesses wird das belichtete Bild nicht digital am Computer bearbeitet, sondern analog, „intuitiv mit der Schere“, es entstehen einmalige Papierschnitte. Erfunden hat Krawiec das Fotogramm nicht, aber sie hat eine Technik gefunden, mit der man es trotz massiver Überbelichtung entwickeln kann, ohne dass das Bild völlig schwarz wird. Für das Auge des Betrachters bleibt oft unklar, was hier das Positiv, was das Negativ ist. Diese vermeintliche Wahrnehmungsstörung, ausgelöst durch unser analysegesteuertes Sehbedürfnis, findet bei längerem Betrachten den Weg unter die Oberfläche in Tieferes, Intimeres: Reines Empfinden und sinnliches Erleben… Weiterlesen

Tag des offenen Denkmals 2019

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Das Motto gilt für alle Epochen. Unabhängig von Denkmalgattung, Zeit und Ort sind Umbrüche überall zu entdecken. Denn egal ob Gotik, Barock, Jugendstil oder Bauhaus – sie alle waren zu ihrer Zeit modern. Die Veranstalter sind also eingeladen, Vergangenes unter einem neuen Blickwinkel zu erkunden und zu präsentieren.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Seit 1993 öffnen am zweiten Sonntag im September kaum oder nie zugängliche Kulturdenkmale ihre Türen für ein breites Publikum. Zuletzt besuchten 2018 rund 3,5 Millionen Kulturbegeisterte rund 8.000 Denkmale in ganz Deutschland.

Link zu den Veranstaltungen und offenen Denkmälern im Kreis Siegen-Wittgenstein

Wittgenstein 2/2019 erschienen

Inhalt:
Dieter Bald: Caspar und Coridon – Erinnerung an zwei „Mohren“ der Residenzstadt Berleburg im 18. Jahrhundert
Gina Burgess Winning: Die Familie Buchheim in Schwarzenau (Teil III – Schluss)
Georg Braun: Die Vogtei Elsoff
Volker Hirsch/Johannes Burkardt: Das Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe übernimmt große Datenbank zur Wittgensteiner Familiengeschichte von Jochen Karl Mehldau

Buchbesprechung:
Ulf Lückel: Christian Brachthäuser, Inventarien dero Closterbücher so zu Siegen. Buchkultur und Spiritiualität der Franziskaner am Beispiel einer spätmittelalterlichen Klosterbibliothek in der Grafschaft Nassau, Groß Gerau 2019.

Richtfest am Haus Stöcker im LWL-Freilichtmuseum Detmold

Gebäuderestaurator für Holz Burkhard Gemke, Museumsleiter Prof. Dr. Jan Carstensen und LWL Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger beim Einschlagen des letzten Holznagels.
Foto: LWL

“Es ist gerichtet: Mit traditionellem Spruch und der “Hillebille”, dem rhythmischen Hammerschlag der Zimmerleute, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch (21.8.) im LWL-Freilichtmuseum Detmold das Richtfest von “Haus Stöcker” gefeiert. “Dieses Haus ist für die Museumspräsentation etwas ganz Besonderes, denn es ist das erste, in dem wir das Wohnen der frühen 1960er Jahre zeigen werden”, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Es ergänzt die Darstellung der 1960er Jahre, die mit der Tankstelle aus Siegen-Niederschelden 2013 ins Museum eingezogen ist. Das Haus aus Burgholdinghausen (Kreis Siegen-Wittgenstein) stammenden Gebäudes will das LWL-Freilichtmuseum 2021 öffnen. Weiterlesen

Linktipp: “Neues Bauen im Westen”

Wohnhaus Meyer

Die Online-Plattform der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der beiden Landschaftsverbände stellt anhand von 35 Beispielen das sog. “Neue Bauen” in Nordrhein-Westfalen vor. Neben dem Landhaus Ilse in Burbach wird auch das Wohnhaus Meyer in Siegen vorgestellt.

Zum Gebäude s. a. Olaf Peterschröder: Strategie der Verhinderung? Zur Partizipation des Neuen Bauens in der Provinz Westfalen 1918 – 1933, Karlsruhe 2012.
Zum Bauherren Hermann Meyer s. Traute Fries/Hartmut Prange: “Hier geschieht niemanden Unrecht!” Zur Geschichte von Dr. Artur und Else Sueßmann und der Familie ihrer Tochter Annemarie Meyer. Eine Dokumentation, Siegen 2010.

Uraufführung der Märchenoper “Das Mooselfchen”

© Klotzki-Progri

Das Kulturforum und die Musikschule der Stadt Netphen präsentieren am Sonntag, dem 01. September 2019, die Märchenoper »Das Mooselfchen« mit der Philharmonie Südwestfalen an der Wasserburg Hainchen.
Die Oper basiert auf Texten der Dichterin Katharina Diez, die von 1809-1882 in Netphen, Berlin und Düsseldorf lebte und wirkte und von Königin Elisabeth von Preußen als ihre Mäzenin in den Adelsstand berufen wurde.
Dr. Ingeborg Längsfeld (1. Vorsitzende des Kulturforums) entdeckte bei ihrer umfangreichen Recherche in einem Schweizer Archiv die Vertonung eines Diez-Textes namens »Das Mooselfchen«. Das musikalische Werk aus dem Jahre 1892 des Komponisten Georg Haeser wurde vermutlich noch nie aufgeführt. Weiterlesen

Literaturhinweis zur regionalen, kolonialen Geschichte

Das Stadtarchiv Kreuztal hatte hier unlängst zur Mitarbeit an diesem Aspekt regionaler Kolonialgeschichte aufgerufen. Nun ist Hermann Josef Bauschs umfangreicher Aufsatz “Neu-Dortmund” in Honduras. Deutsche Kolonialschwärmerei und Bananenanbau an der Mosquitoküste oder: Die Sucht, schnell und bewquem reich zu werden.”, in den Beiträgen zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Bd. 109 (2018) erschienen. Eine Leseempfehlung!

Keine Särge!

Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 95 Nr. 1765

“Auf den ersten Blick könnte man die etwas unbeholfene Skizze zweier großer Objekte, die quer über ein Schreiben aus dem 17. Jahrhundert gezeichnet sind, für Särge halten. Tatsächlich aber handelt es sich um Entwürfe für Bibliotheksmöbel.

Die von beiden Seiten nutzbaren Schränke besaßen ein Regalfach für kleinere Bücher, in der unteren Skizze mit A und B bezeichnet, sowie ein größeres (C und D) und darunter möglicherweise Schubladen. Dazwischen befand sich eine schräge Ablagefläche, die als Lesepult diente.
Auch der Schrank selbst konnte natürlich als Abstellfläche verwendet werden, etwa für einen Globus (untere Skizze).

Wer die Entwürfe gezeichnet hat, ist unklar. Sie sind in einer Akte der Hohen Schule Herborn überliefert (HHStAW Abt. 95 Nr. 1765).”
Quelle: Hessisches Landesarchiv via Facebook