Ausstellung “60 Jahre Polizei in Nordrhein-Westfalen”

Polizeiorganisation

Polizeiorganisation

Die Ausstellung des Landesarchivs NRW Abteilung Rheinland, Düsseldorf Mauerstr. 55 wird bis zum Dezember dieses Jahres dort gezeigt.

Vor 60 Jahren schlug die Geburtsstunde der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Am 11. August 1953 beschloss der Landtag das „Gesetz über die Organisation und die Zuständigkeit der Polizei“, mit dem eine flächendeckende staatliche Polizeiorganisation in Nordrhein-Westfalen geschaffen wurde, die im Wesentlichen bis heute Bestand hat.

Dieses Jubiläum nimmt das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen zum Anlass, im Foyer der Abteilung Rheinland in Düsseldorf eine Ausstellung zum Thema „60 Jahre Polizei in Nordrhein-Westfalen“ zu zeigen. Zu sehen ist ein Querschnitt von Akten und Dokumenten aus sechs Jahrzehnten polizeilicher Arbeit. Da die Geschichte der Polizei immer auch darauf verweist, welches Verhalten eine Gesellschaft als unkorrekt oder gar kriminell versteht, lässt sich anhand der Überlieferung der Polizei auch ein Überblick über die Kulturgeschichte des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland gewinnen.Viele Aufgaben der Polizei haben sich im Laufe der Zeit in ihrer detaillierten Umsetzung, nicht aber in ihrem grundsätzlichen Charakter verändert (z.B. Verfolgung von Gewaltverbrechen, Überwachung des Straßenverkehrs). Andere Tätigkeiten hingegen sind eher zeitspezifisch und verweisen auf den gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund, vor dem die Polizeiarbeit stets stattfand.

Zu den letzteren gehörte (mindestens) bis 1969 auch die Durchsetzung des § 175 StGB „Unzucht zwischen Männern“. Daraus resultierte – auch noch in der Bundesrepublik – eine Überwachung und Verfolgung von Homosexuellen, die sich auch in den Beständen des Landesarchivs NRW rekonstruieren lässt. Überwiegend finden sich entsprechende Verfahren in der Justizüberlieferung, vereinzelt aber lassen sich auch Abläufe und Methoden entsprechender Einsätze in der Polizeiüberlieferung entdecken – s. Facebook-Seite des Landesarchivs NRW.

RAF-Terror im Deutschen Herbst
Zu den traurigen Höhepunkten des sogenannten Deutschen Herbstes von 1977 gehörte die Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer durch die RAF. Die Entführung ereignete sich in Köln, weshalb das Landesarchiv NRW eine entsprechende Überlieferung von rund 40 Aktenordnern aus dem dortigen Polizeipräsidium verwahrt. Enthalten sind dort die Ermittlungsarbeiten, Fahndungen, Observationen u.ä.m. (vgl. BR 2208 Nr. 195-233, Findbuch 217.05.03). Auch bei anderen nordrhein-westfälischen Polizeibehörden fiel entsprechendes Aktenmaterial an, dass sich heute in den Beständen des Landesarchivs NRW findet (vgl. bspw. Innenministerium NRW, NW 0408/NW 0877, auch Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis, BR 2214).

Ein Foto zeigt die erste Seite des polizeilichen Ablaufkalenders, der die dramatischen Ereignisse und die Situation beim Eintreffen der Einsatzkräfte zu entnehmen sind. Teile dieses Ablaufkalenders sind zusammen mit weiterem Material zur RAF in der Ausstellung zu sehen.

Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen freut sich über alle Besucher dieser Ausstellung. Für Gruppen lässt sich ein Ausstellungsbesuch idealerweise mit einer Archivführung verbinden, um gleichermaßen einen Einblick in die frühere Arbeit der Polizei und in die heutige Arbeit des Archivs zu gewinnen.
Quelle: LAV NRW, Oktober 2013

Materialien:
Polizeiausstellung_Flyer_Internet
Impressionen von der Ausstellung

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