Auftaktveranstaltung „Bergwerksrealität und Phantasien aus der Welt unter Tage“

Kooperation des Gymnasiums Stift Keppel mit der Ruhr-Universität Bochum und der Robert Bosch Stiftung geht ins zweite Jahr

Am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum geht am 14. Februar ein großangelegtes Lehrprojekt in die zweite Runde, an dem mehrere Bochumer Professuren sowie Partnerinstitutionen beteiligt sind. Größtenteils von der Robert Bosch Stiftung finanziert und Teil des renommierten „Denkwerk“-Programms, zielt das Projekt „Unter Tage“ darauf ab, SchülerInnen und LehrerInnen einen Einblick in aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zu geben. Bereits 2016 wurde das Projekt mit großem Erfolg durchgeführt.

Auch im zweiten Projektjahr wird unter Leitung von Professor Dr. Sebastian Susteck vom Arbeitsbereich germanistische Literaturdidaktik an der Erforschung von historischer Bergwerksrealität und Bergwerksphantasien in Kunst und Alltagskultur gearbeitet. In diesem Jahr lautet der Schwerpunkt „Kampfplatz Bergbau“ und berührt Fragen von Existenzkampf, Arbeitskampf aber auch den Wandel von der Industrie- zur wiederbegrünten Landschaft und das Bemühen um eine neue Regionalidentität der ehemaligen Bergbauregionen. Für SchülerInnen wird damit ein weiteres Mal ein Schlüsselthema zum Verständnis des Ruhrgebiets wie weiterer Bergwerksregionen geöffnet. Sie gehen dabei Fragen nach, wie die Welt unter Tage literarisch, dokumentarisch und künstlerisch erfasst wurde. Welche Phantasien sind aus ihr hervorgegangen und haben von Romanen über Filme und Fotografien bis hin zu Bildbänden und Werbebroschüren des Fremdenverkehrs eine ganze (Text-Bild-)Kultur geprägt?

Insgesamt 50 SchülerInnen von sieben Schulen aus den zwei Regionen Ruhrgebiet und Siegerland werden zur Auftaktveranstaltung am 14. Februar an der Ruhr-Universität erwartet. Sie machen sich nicht nur mit dem Projektthema vertraut, sondern lernen auch die Ruhr-Universität Bochum als einen Forschungsbetrieb kennen, der auf ehemaligem Bergbau-Gelände errichtet ist. Passend zum Projektthema beherbergt die Universität Reste freigelegter Flöze ebenso wie Bibliotheken und Bilder, die Bergbauvorstellungen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts Ausdruck verleihen: Die von den Dämonen der Tiefe erzählen, in Bergwerksstollen Symbole für das menschliche Unterbewusste finden oder eine technische Realität in menschenfeindlicher Umgebung schildern.

Professor Dr. Sebastian Susteck hebt die Bedeutung des Projekts hervor: „Es geht darum, die Schüler mit der wissenschaftlichen Herangehensweise vertraut zu machen und ihnen die vielfältigen künstlerischen Auseinandersetzungen mit den Bergwelt-Phantasien bewusst zu machen.“ Bereits während der Auftaktveranstaltung werden sich die SchülerInnen für einen Projektschwerpunkt entscheiden, Teams bilden und Impulse für ihre Arbeit erhalten.

Zudem erhalten die SchülerInnen im März 2017 im Deutschen Bergbau-Museum Bochum einen Einblick in die Bergbau-Welt und werden dabei von Museumspädagogen angeleitet. Im April 2017 werden sie in einem Workshop am Alfried Krupp-Schülerlabor wissenschaftspropädeutisch eingewiesen. Ein Medien-Workshop an der RUB wird sie bei der Vorbereitung ihrer verschiedenen medialen Präsentationen unterstützen. Am Ende des Jahres werden sie ihre Projektergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren – Glück auf!

Homepage: http://staff.germanistik.rub.de/unter-tage/

Verantwortlich:

Prof. Dr. Sebastian Susteck
Ruhr-Universität Bochum | Fakultät für Philologie | Germanistisches Institut GB 4/146 | 44780 Bochum
Sekretariat Jutta Leitloff: Tel.: 0234-3228567 | Mail: jutta.leitloff@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Jochen Dietrich, Thomas Mockenhaupt
Gymnasium Stift Keppel | Stift-Keppel-Weg 37 | 57271 Hilchenbach
Sekretariat Susanne Rüsing: Tel: 02733 894123 | Mail: gymnasium@stiftkeppel.de

Quelle: StadtHilchenbach, Pressemitteilung v. 6.3.2017

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