„Was geben wir an nächste Generationen weiter?“ – Ein Blick über den Tellerrand

WissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus der Praxis diskutieren auf einer Tagung „Biografische Erbschaften“ und wie die nächsten Generationen vor Leid geschützt werden können.

Prof. Simon Forstmeier, Universität Siegen

Wie wirken sich die NS-Zeit, Krieg oder Fluchterfahrungen auf nachfolgende Generationen aus? Mit Fragen wie dieser beschäftigen sich ExpertInnen und PraktikerInnen an der Uni Siegen am 22. und 23. September auf der Tagung „Biografische Erbschaften: Transgenerationale Perspektiven in der Biografiearbeit“. WissenschaftlerInnen diskutieren unter anderem mit Sozialpädagogen, Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten, Pflegekräften, Journalisten und Soziologen sowie interessierten Laien. Alle Interessierten können sich anmelden unter www.biografische-erbschaften.de.

„Biografische oder Emotionale Erbschaften betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern auch ganze Familien oder sogar ganze Gesellschaften. Jede Generation gibt der nächsten ihre emotionalen Erfahrungen weiter, die negativen und die positiven“, erklärt Professor Dr. Simon Forstmeier von der Uni Siegen, Organisator der Veranstaltung. Die Tagung behandelt in dem Zusammenhang drei Schwerpunkte: Krieg und Nachkriegszeit, Flüchtlinge und Flucht sowie Pflege- und Adoptivkinder. Weiterlesen

Video: Überblick über die Arbeit der Germanna Foundation (engl.)

Die Germanna-Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die 1956 gegründet wurde, um das Erbe der frühesten organisierten Siedlungen der Deutschen in Fort Germanna in Virginia 1714 und 1717 zu bewahren. 1714 holte der damalige Gouverneur von Virginia einige hundert Siegener und Wittgensteiner nach Amerika und beschäftigte sie als Bergleute für die Eisenverhüttung. Fast ein Jahr waren die Auswanderer damals unterwegs, bevor sie im Osten der USA siedelten.

Zur Auswanderung aus dem Kreisgebiet sind auf siwiarchiv weitere Einträge erschienen.

Danke für den Hinweis an TT!

Literaturtipp: „Unsichtbar. Vietnamesisch-Deutsche Wirklichkeiten“

„Die Geschichte der Boatpeople, die Ende der 1970er Jahre vorwiegend aus dem Süden Vietnams in die alte Bundesrepublik flüchteten, sowie die der „Vertragsarbeiter_innen“, die aus dem Norden Vietnams stammen und ab 1980 in der ehemaligen DDR arbeiteten, sind wenig bekannt.
Auch das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen vor 25 Jahren ist nahezu in Vergessenheit geraten. Inzwischen werden die Vietnames_innen in der deutschen Öffentlichkeit als die „Lieblingsmigrant_innen“ wahrgenommen, gelten sie doch als „fleißig“, „erfolgreich“ und „integriert“.
Trotz oder gerade wegen ihres positiven Images bleiben ihre vielfältigen Schicksale und Geschichten jedoch oft unsichtbar. Weiterlesen

Refugees Stories Collections – jede Geschichte zählt!

Bild (c) „refugees welcome“, Tilmann Koeneke-Hires.

Ein englischer Titel, drei Wörter und eine einfache Idee: Die Geschichten derjenigen zu sammeln, die seit Mitte 2015 nach Nordrhein-Westfalen geflüchtet sind. Mit dem „Refugee Stories Collection“-Projekt dokumentiert DOMiD so die aktuelle Situation dieser Menschen in Nordrhein-Westfalen. Es werden sowohl Hintergründe, Ursachen und Fluchtumstände erfragt, als auch die aktuellen Lebensumstände seit ihrer Ankunft in Deutschland beleuchtet. Weiterlesen

„Wie wirkt der 2. Weltkrieg in den heutigen Generationen fort?“

Vortragsveranstaltung mit Gespräch,
16. Februar 2017 um 18.30 – 20.00 Uhr
Stadt Netphen, Ratssaal

Die Kriegsteilnehmer des 2. Weltkrieges sterben langsam aus, aber ihre Belastungen haben sie an die nächsten Generationen weitergegeben. Die Generation der Kriegskinder hat noch zusätzliche Belastungen zu tragen, denn zu den Ängsten der Eltern kamen die eigenen Ängste hinzu. Aber es wirkt nicht nur der Krieg nach, sondern auch seine Folgen, wie Vertreibung und Flucht.
Nach dem Krieg sollte alles gut sein und es wurde, wie Jürgen Müller-Hohagen schreibt: „verleugnet, verdrängt, verschwiegen“. Weiterlesen

„In Syrien verlieren alle Menschen alles“

„Die wären vielleicht verschleppt und vergewaltigt worden.“ – „Sie verliert ja Jahre in ihrer Ausbildung.“

Foto von links: Lehrer Noah Wolke, Haidy Al Sherfawi, Sandy Al Sherfawi, Lehrerin Dyana Khalilullah

Foto von links: Lehrer Noah Wolke, Haidy Al Sherfawi, Sandy Al Sherfawi, Lehrerin Dyana Khalilullah

So äußerten sich, noch beeindruckt von dem Gehörten, Schülerinnen und Schüler aus der 10. Klasse der Clara-Schumann-Gesamtschule nach einem Gespräch mit zwei syrischen Mädchen, die nach ihrer Flucht aus Syrien neu an dieser Schule angekommen sind. „Die Bomben fielen auf das Nachbarhaus. In Syrien verlieren derzeit alle Menschen alles,“ schilderte Haidy Al Sherfawi die Situation im Bürgerkriegsland, die der Familie schließlich keine Wahl mehr ließ. Weiterlesen

Kreuztal zeigt Geschichte von Flüchtlingen

Die Ausstellung „Migration im Spiegel der Zeit“ ist noch bis zum 16. November im Foyer des Rathauses Kreuztal zu sehen. Die Fotoausstellung zeigt Geschichten von Menschen, die ihre Heimat verließen, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, und sie zeigt Flüchtlingsgeschichten von früher, die mit vielen persönlichen und berührenden Aufnahmen lebendig werden.
s. a. Fotostrecke auf WDR.de