Linktipp: „Vergangenheit ragt in die Gegenwart“

Neue Podcast-Reihe des LWL-Institus für Regionalgeschichte

Warum ist der politische und historische Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus auch noch heute gesellschaftlich relevant? Wie hat sich die Erinnerungskultur seit 1945 verändert? In der ersten Folge der Podcast-Reihe des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte spricht Mitherausgeber Dr. Matthias Frese über den Band „Verhandelte Erinnerungen. Der Umgang mit Ehrungen, Denkmälern und Gedenkorten nach 1945“:

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Vortrag: „Nationalsozialismus & Holocaust in der Siegener Erinnerungskultur“

Eine Bestandsaufnahme

08.03.2018 \ 19.00 Uhr \ Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen, Morleystraße 2, 57072 Siegen
Referent:Dieter Pfau, Historiker
Veranstalter: Aktives Museum Südwestfalen und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

Die Frage nach dem angemessenen Umgang mit der nationalsozialistischen
Vergangenheit und dem Holocaust stellt sich nun bereits für die dritte und vierte Generation Siegener Bürgerinnen und Bürger. Diese Erinnerungskultur hat sich in mehr als sechzig Jahren grundlegend gewandelt.
Erläutert wird der Entwicklungsprozess von der Errichtung des ersten Gedenksteins für die jüdischen Opfer auf dem Hermelsbacher Friedhof 1951 bis zur Erweiterung des Aktiven Museums Südwestfalen 2017.
Quelle: Begleitprogramm zur Ausstellung „Deine Anne“

Peter Kunzmann: Der 8. Februar 1718 und die Hauberge

Betrachtungen anlässlich eines unscheinbaren Jubiläums

Schon vor geraumer Zeit wurde im Zusammenhang mit Forschungen zum Selbstbild der Siegerländer konstatiert, dass der Diskurs über die Heimat „fast einem ‚Zitierkartell‘ gleich, ein internes Verweis- und Referenzsystem aufweist und es somit ein Ensemble von autoritativen Grundlagentexten gibt, die als zitierfähiger Kanon das Gerüst für die Beschreibung der Spezifik dieser Region bilden“.[1]

Einer der in den 1950er Jahren im Siegerland populärsten Fachautoren war Paul Fickeler. „Den einen erschien er als nicht wissenschaftlich ernsthaft, genoß aber bei anderen Respekt und Ansehen“[2]: Dieser Charakterisierung entsprechend scheiden sich die Geister auch an Fickelers sich bis heute im „Ensemble von autoritativen Grundlagentexten“ behauptenden Aufsatz „Das Siegerland als Beispiel wirtschaftsgeschichtlicher und wirtschaftsgeographischer Harmonie“ mit seiner ausführlichen Beschreibung der Haubergswirtschaft.[3] An dieser Stelle muss es genügen, auf die profunde Kritik zu verweisen, welche die Abhandlung schon vor etlichen Jahren durch Hartmut Eichenauer erfahren hat.[4] Erwähnenswert ist Paul Fickeler hier, weil allem Anschein nach er es war, der die Phrase „Güldene Jahn-Ordnung von 1718“ als verbales Konstrukt wenn auch vielleicht nicht als erster verwendete[5], so doch entscheidend zu ihrer Verbreitung beitrug. Damit hat er seit vielen Jahrzehnten für Rätselraten gesorgt. Konnte er die an sich schon irreführende Wendung „Güldene Jahn-Ordnung“ immerhin bei renommierten Autoren des 19. Jahrhunderts wie Karl Friedrich Schenck erwähnt finden, so ist kaum nachzuvollziehen, was ihn zu der terminlichen Festlegung „von 1718“ veranlasst hatte. Seriöse literarische Vorbilder waren es vermutlich nicht. Weiterlesen

De fellrath: Schenkung an das Kreisarchiv

Der Künstler de fellrath hatte sich im vergangenen Jahr an der Mitgliederausstellung des Kunstvereins Siegen zum 200jährigen Julbiläum der Kreise Siegen und Wittgenstein beteiligt.

V.l.n.r.: Albrecht Thomas (Kunstverein Siegen), Elisabeth Strautz (Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein), Thomas Wolf (Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein), Franz-Josef Weber (Kunstverein Siegen)

Das Gemälde „Wenn 2 sich umkreisen – echt vielfältig“, Acryl auf Leinwand, wurde dem Kreisarchiv vom Vorsitzenden des Siegener Kunstvereins, Albrecht Thomas, umd vom Geschäftsführer des Vereins, Franz Josef Weber, Ende Januar 2018 übergeben.
Das Bild zeigt Segmente zweier konzentrischer Kreisbahnen – sich außen wie innen mit unterschiedlichen Siegerländer und Wittgensteiner Motiven wiederholend –  in einem blauen Quadrat.
Das Kreisarchiv bedankte sich für diese großzügige Spende. Das Bild wird nach erfolgter Rahmung seinen Platz in den Räumlichkeiten des Kreisarchivs finden.

Quellen: Westfalenpost, Ausgabe /Wittgenstein, 1.2.2018; Siegener Zeitung 2.2.2018

Walter-Krämer-Straße in Goslar

Auf einem ehemaligen Fliegerhorst wurde eine Straße nach dem Siegener Walter Krämer benannt. Nach kontroverser Diskussion im Bauausschuss entschied sich der Rat der Stadt Goslar in seiner letzten Sitzung im Jahr 2017 für die Benennung. Einerseits hatte der mit der Erschließung des Gelände beauftragte Projektentwickler BLB, um die Vermeidung eines langwierigen politischen Streits gebeten, andererseits stellt die Benennung eine Anerkennung der Arbeit des ehrenamtlichen Vereins Spurensuche Harzregion dar, der sich um die Erinnerung an Walter Krämer verdient gemacht hatte.

Quelle: Goslarsche Zeitung/Harzer Tageblatt, Ausgabe Goslar/Nordharz, Nr. 299/234. Jg. v. 23.12.2017, S. 18 [Anm.: Ein Blick in das Bürgerinformationssystem der Stadt Goslar erlaubt die politische Diskussion nach zu verfolgen.]

Hilchenbach: Carl-Kraemer-Realschule und Klaus Stötzel engagieren sich für das Gedenken

Stolperstein Reinigung

Gemeinsam engagieren sich die Carl-Kraemer-Realschule und der Stellvertretende Bürgermeister Klaus Stötzel bereits seit Jahren für das Erinnern und Gedenken in ihrer Stadt Hilchenbach.
Fest zum Programm dieser „Arbeitsgemeinschaft“ gehört dabei das Reinigen der „Stolpersteine“ in Hilchenbach. An vier verschiedenen Standorten sind im Hilchenbacher Stadtzentrum insgesamt 12 dieser mit Messingplatten belegten 10 qcm großen Betonsteine zu sehen. Die „Stolpersteine“ erinnern mit einer persönlichen Inschrift an die zwölf während der NS-Zeit deportierten und ermordeten Hilchenbacher Juden. Damit sie den Passanten auffallen haben Schülerinnen und Schüler der Realschule mit Unterstützung des Lehrers Soufian Nafati und von Klaus Stötzel diese Gedenksteine vor kurzem gesäubert.
Am 19. November trat eine weitere Gruppe von Schülerinnen und Schülern zum dritten Mal nach 2016 bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag des VdK-Ortsverbandes Müsen-Dahlbruch auf. Vor dem Ehrenmal in Müsen trugen die Jugendlichen diesmal das Totengedenken vor. Weiterlesen

73 Jahre Gedenken in Siegen – Gedenktag 16.12.2017

„Am 16. Dezember 1944 erlebte die Stadt Siegen die schrecklichsten Minuten in ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben wurden abgeworfen und unsere Stadt versank in Schutt und Asche, hunderte Menschen starben im Bombenhagel des Krieges, der seinen Weg zurück nach Deutschland fand, von wo er ausging.
Daran erinnern wir Bürgerinnen und Bürger jährlich und nun zum 73. Mal – in diesem Jahr mit dem Stillen Gedenken an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Dicken Turm des Unteren Schlosses, mit dem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche, mit kulturellen und informativen
Veranstaltungen und den Aktionen des „Siegener Bündnisses für Demokratie“.
Programm:
15:00 Uhr Stilles Gedenken
Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft („Dicker Turm“ am Unteren Schloss)

Lesung: Den Opfern Namen geben!
Gedenkraum in Dunkelcafe Siegen, Kölner Str. 11,
Mehrstündige Non-Stopp-Lesung der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege aus dem Siegerland.
2014 jährte sich der Beginn zweier Weltkriege: der des Ersten zum 100. und der des Zweiten zum 75. Mal. Die Gedenkaktion schließt daran an und macht aus anonymen Opfer-Zahlen wieder Personen.
Wir nennen in einer mehrstündigen Non-Stopp-Lesung die Toten und Vermissten beider Weltkriege aus unserer Region, geordnet nach Dörfern und Städten im Siegerland und in Wittgenstein.
Der verdunkelte Gedenkraum kann laufend betreten und verlassen werden. Eintritt frei!

15:30 Uhr Ausstellung vom 14.12. bis 20.12.
Ev. Martini-Kirche Siegen
‚Der Krieg kehrt dahin zurück, von wo er ausgeht – Siegen als Militärstandort im 2. Weltkrieg und die Gründe für die Zerstörung Siegens am 16.12.1944‘ Die Ausstellung kann gern auch von Schulklassen
besucht werden. Zur Terminabsprache wenden Sie sich bitte an Pfrn. Ute Waffenschmidt-Leng utewaffenschmidt-leng@t-online.de

16:00 Uhr „Hallo Nazi“, BlueBox Siegen, Szenen aus der Jugendtheaterproduktion des Apollo-Theaters

19:00 Uhr Konzert gegen Rechts, Vortex Siegen
Input: Niemand wird vergessen – Bruno Kappi (Referent: Torsten Thomas VVN-BdA)

Denkmal für Adolf und Fritz Busch in Siegen


Seit dem 5. Oktober 2017 stehen zwei neue große Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner am Siegufer in Siegen.

Presseresonanz auf das Denkmal:
Siegener Zeitung, 5.10.2017
Siegerlandkurier, 5.10.2017
Westfälische Rundschau, 5.10.2017

Einträge zu Adolf Busch auf siwiarchiv
Einträge zu Fritz Busch auf siwiarchiv

Bauwirtschaft übergibt Jubiläumsstempel an Landrat

Vertreter der Bauwirtschaft Südwestfalen überreichten Landrat Andreas Müller einen »Jubiläumsstempel«, den Azubis in der »lebenden Werkstatt« auf der Ausbildungsmesse in Siegen aus Beton, Holz und Fliesen hergestellt haben.

Er ist rund 40 Kilo schwer und besteht zu je einem Drittel aus Beton, Holz und einem Fliesenmosaik: Auszubildende der Bauindustrie und des Handwerks haben das Logo zum Kreisgeburtstag, den „Jubiläumsstempel“, nachgebildet. Das Werk entstand auf dem Gemeinschaftsstand der Bauwirtschaft Südwestfalen im Rahmen der „lebenden Werkstatt“ Mitte Mai auf der Ausbildungsmesse in Siegen. Jetzt waren Vertreter der Bauwirtschaft ins Kreishaus gekommen, um Landrat Andreas Müller diese Arbeit zu überreichen. Der Landrat freute sich sehr über das Geschenk und war begeistert, dass die Azubis das Jubiläum „200 Jahre Kreise Siegen und Wittgenstein“ mit dieser Arbeit aufgegriffen haben: „Wir werden einen schönen Platz für dieses tolle Geschenk finden“, versprach der Landrat. Weiterlesen