Paläographischer Lesekurs 2018. Tag 1.

Mit diesem Schriftstück der österreichischen KollegInnen startete gestern der Lesekurs des Kreisarchivs in Kreuztal lm Terassensaal der Weißen Villa im Dreslers Park.
Zwei Tafel aus Düllfer/Korn und und eine Ausarbeitung eines Wiesenbauschülers wurden ebenfalls von den neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern  gelesen.

Ausstellung „1568 – 450 Jahre Achtzigjähriger Krieg“

Siegerlandmuseum, 20.4. – 8.7.2018

Am 5. Juni 1568 wurden die Grafen Egmont und Hoorn in Brüssel hingerichtet. Dies bedeutete den Beginn jahrzehntelanger Auseinandersetzungen, in denen sich die Republik der sieben Vereinigten Provinzen der Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone erkämpfte. Eine wichtige Rolle in den Kämpfen spielten Wilhelm I. von Oranien und seine Söhne Moritz und Friedrich Heinrich. Erst der Westfälische Friede zu Münster sollte die internationale Anerkennung der Republik durch Spanien und durch die daran beteiligten Mächte, Kaiser und Reich, bringen. Die Ausstellung zeichnet die wichtigsten Ereignisse des Krieges anhand grafischer Arbeiten und Gemälde nach. Die Präsentation versteht sich als Vertiefung der Dauerausstellungen des Siegerlandmuseums in den Ausstellungsbereichen Nassau-Oranien / Nassau-Siegen.
Quelle: Siegerlandmuseum

Vom Zahnarzt zur Paläographie

Vergangenen Mittwoch fand im repräsentativen Terassensaal der Weißen Villa in Kreuztal der Infoaband zum Lesekurs für die Schriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts statt.

Kurz wurde der Ablauf der 3 Folgetermine vorgestellt und das Ziel definiert. An nachfolgendem Text sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Ablauf des Kurses herantrauen können. Das Beispiel wurde dem Kreisarchiv im Vorfeld der Veranstaltung zugesandt. Wer sich schon jetzt heranwagen will, der kann einen Blick in diese PDF wagen: Lesekurs2018Bsp .

Der Infoabend diente auch dazu die Motivation für den Lesekurs abzufragen. Immer häufiger sind es die aufgefundenen Familienpapiere (Feldpostbriefe etc. ….), die zur Teilnehme am Lesekurs führen. Es gibt aber auch immer wieder überraschende Geschichten. So berichtete am Mittwoch ein Teilnehmer des Infoabends, dass ihm ein Zahnarztbesuch zur Beschäftigung mit alten Schriften veranlasst habe. Im Wartezimmer des Zahnarztes las er in einer dort ausliegenden Schrift, dass sein Heimatort in Kürze ein ansehnliches Jubiläum feiern kann. Im Ort selbst war dies eher unbekannt und so schlug er entsprechende Aktivitäten vor. Er selbst machte sich zudem auf, die Geschichte des Ortes zu erforschen. So stieß er zwangsläufig auf die „alten Schriften“.

Vortrag: Jens Christian Schmidt „Ärzte im Nationalsozialismus –

wie die Medizin ihre Unschuld verlor und Ärzte zu Tätern und Opfern wurden
Dienstag, 17. April, 19 Uhr
Ort: Büro der CJZ, Häutebachweg 6, Siegen

Jens Christian Schmidt, Facharzt für Radiologie, beschäftigt sich seit langem mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Verbrechen im Zusammenhang mit Holocaust und Euthanasie-Programm, wo Ärzte maßgeblich involviert waren. Mit seinem Vortrag möchte er aufzeigen, wie die Medizin vom Aufschwung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu einem menschenverachtenden und menschenvernichtenden Instrument des Hitler-Regimes verkam und wie die damit verbundenen Greueltaten bis heute Einfluss auf das Wirken der Mediziner haben. Hierbei werden sowohl Opfer als auch Täter in den Reihen der Mediziner vorgestellt und deren Schicksal beleuchtet.
Quelle: CJZ, Rundbrief April/Mai 2018

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen

Stadtrundgang für Kinder

Bilder einer Veranstaltung in Freudenberg zur Erinnerung an den Beginn des 80- jährigen Kriegs vor 450 Jahren

Foto: Bernd Brandemann

Die „Backhauswärterin“ erklärt den Kindern den „Siegerländer Riewekoache“ vor dem heutigen Freudenberger „Kultourbackes“. Das Backhaus in Freudenberg war das größte kommunaleigene Backhaus des Siegerlandes. Es wurde nach dem Krieg zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Heute ist dort die Bücherei, der Jugendtreffpunkt und das Touristik-Büro untergebracht.
Der Siegerländer Riewekoche ist ein traditionelles Gebäck (Brot) des Siegerlandes, welches seit dem 18. Jahrhundert zur Hälfte aus Kartoffeln hergestellt wird. Das Originalrezept steht in den „Dillenburger Intelligenz-Nachrichten“ (dem damaligen Regierungs-Amtsblatt).

Ganz rechts im Bild ist Cindy Peplinski, die neue Touristikmanagerin der Stadt Freudenberg. (Foto: Bernd Brandemann)

Die Kinder binden kleine „Haubergs-Schanzen“. Solche Schanzen wurden aus Reisig-Zweigen gefertigt, welche für die Verwendung im Backhaus benutzt wurden. Weiterlesen

Vortrag »Adel und Frömmigkeit. Ein Blick in die beiden Grafenhäuser Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Sayn-Wittgenstein-Hohenstein im 18. Jahrhundert«

und anschließende Jahreshauptversammlung des Hilchenbacher Geschichtsvereins e. V.
10.04.2018, 19:00 Uhr, Hilchenbach, Rathaus, Ratssaal, 1. OG, Markt 13

Vor Eintritt in die Tagesordnung wird Herr Dr. Ulf Lückel, Marburg/Lahn, evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker sowie Schriftleiter der Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V., einen Vortrag halten über „Adel und Frömmigkeit. Ein Blick in die beiden Grafenhäuser Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Sayn-Wittgenstein-Hohenstein im 18. Jahrhundert“.

In dem Vortrag »Adel und Frömmigkeit« wird die Entwicklung des radikalen Pietismus in Wittgenstein beleuchtet. Dr. Ulf Lückel stellt die vielfältigen Faktoren vor, die zu einer einzigartigen Konstellation in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Wittgensteiner Raum führten, als das gräfliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit großem Engagement die neue religiöse Bewegung unterstützte. Weiterlesen

Erinnerung an geschichtliche Ereignisse in Freudenberg vor 450 Jahren

Zusätzliche Stadtführungen

In den ersten Apriltagen 2018 jährt sich zum 450. Male, dass das damalige Schloss Freudenberg den Schauplatz für geheime Gespräche bildete. Ab Freitag, dem 2. April 1568 bis zum Sonntag, 4. April 1568 leitete hier Wilhelm von Oranien, begleitet von seinen Brüdern Johann dem Älteren (1536-1606), Ludwig (1538-1574) und Adolf (1540-1568), eine Konferenz mit den „Edlen von Gelderland“, um Aktionen zur Befreiung der Niederlanden im Kampf gegen die spanische Unterdrückung zu besprechen.

Mit einem Vortrag heute, 19:00 Uhr, im Mittendrin-Museum (Eintritt 5 Euro) erinnert der 4Fachwerk-Arbeitskreis „Stadtgeschichte“ an das Ereignis im Jahre 1568 . Darin enthalten sind auch Informationen zum Leben von Wilhelm von Oranien, der am 24. April 1533 in Dillenburg geboren wurde. Aufgezeigt wird sein Werdegang vom deutschen Grafensohn, dem Erben des Fürstentum von Oranien, zum niederländischen Hochadeligen, der dort als „Vater des Vaterlandes“ verehrt und sein Name in dem Lied „Het Wilhelmus“ verewigt wird, das 1932 zur Niederländischen Nationalhymne bestimmt wurde. Wilhelm von Oranien fiel am 10. Juli 1584 in seiner Delfter Residenz einem Mordanschlag zum Opfer.
Bereits bei seiner Flucht aus den Niederlanden, die am 22. April 1567 von Antwerpen aus begann und dann zunächst nach Breda führte, war das Schloss Freudenberg eine Station auf dem Reiseweg Wilhelm von Oraniens. So schildert es Hermann Romberg in seinem 1970 herausgegeben Buch „Der Prinz von Oranien“: „Von Köln aus hielt er die alte Köln-Siegener Straße über Bensberg durch das Bergische Land ein und erreichte in den ersten Maitagen die nassauische Grenzfeste Freudenberg, westlich Siegen. Die Vor- und Nachhut bildeten Lanzenreiter zum Schutz gegen Überfälle. Der Prinz ritt direkt hinter der Vorhut. Dann folgte der Reisewagen der Prinzessin mit den Kindern, ihrer vierjährigen Tochter Anna, sowie Wilhelms ältester Tochter Maria, jetzt elf Jahre alt, weiter die Wagen des Gefolges, der Dienerschaft und schwere Lastwagen mit Kisten und Körben für Kleider, Wäsche und kostbare Wertsachen, darunter das große silberne Tafelgeschirr, die berühmten Wandteppiche und vieles, was man vor der Raublust der Spanier retten wollte und eben noch mitnehmen konnte. Wilhelm scheint schon am 7. Mai kurz in Dillenburg gewesen zu sein. Der größte Teil der annähernd 150 Menschen muss einige Tage in Freudenberg und Siegen bleiben, bis sein Bruder Johann die Unterkunft für sie in Dillenburg geordnet hatte.“ Weiterlesen

Vortrag: Jüdisches Leben in Wittgenstein, von den Anfängen bis zum Untergang 1938.

Eine Annäherung an vier Jahrhunderte fast vergessener Geschichte

Mi. 11.04.2018, 19:00 Uhr – 21:00
Haus des Gastes, Wilhelmsplatz 3, Bad Laasphe

„In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.
Im Jahr 2018 erinnern und gedenken wir besonders der Pogromnacht 1938, die vor 80 Jahren stattfand und auch vor Wittgenstein nicht Halt machte. Auch den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in den Städten und Dörfern Wittgensteins zeigte sich nun das wahre Gesicht der regierenden Nationalsozialsten, diese Menschenverachtende Fratze, die nun völlig entfesselt hervortrat und letztlich alles blühende jüdische Leben in unserer Region zerstörte!
Der Vortrag möchte aber nicht nur auf das Ende und den Holocaust unter den Nationalsozialisten eingehen, sondern auch einen Rückblick auf die Anfänge und das Werden der jüdischen Gemeinden in Wittgenstein werfen.
Die Sorgen und Nöte, aber auch das ganz normale Leben in den vier Jahrhunderten jüdischen Lebens sollen exemplarisch an ausgewählten Fällen und Begebenheiten, die Aktenkundig geworden sind, vorgestellt und verortet werden.
Es ist ein wichtiger und spannender Teil Wittgensteiner Geschichte, der bislang eher vernachlässigt wurde – gerade das 18. und 19. Jahrhundert.
Der Vortrag richtet sich an alle an der Geschichte, Kulturgeschichte und Territorialhistorie interessierten Menschen. Der Referent Ulf Lückel wird reichlich Bildmaterial – auch historische Abbildungen, Karten etc. mitbringen – diese werden den Vortrag anschaulich untermalen (spezielle Vorkenntnisse sind keineswegs erforderlich).“
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm

Lesen von Handschriften des 19. und 20. Jahrhunderts

11.4., Infoabend
18.4. 25.4., 2.5., Kurs
Terrassensaal der Weißen Villa, Dreslers Park, Kreuztal

„Wir haben eine große Kiste mit Feldpostbriefen von meinem Urgroßvater, können die Schrift aber nicht lesen …“
„In einem alten Kochbuch habe ich lauter handgeschriebene Rezepte von meiner Großtante gefunden, aber wie soll ich die entziffern…?“
„Ich habe alte Tagebücher auf den Dachboden gefunden und kann sie nicht lesen …“
Immer wieder hören die Archivarinnen und Archivaren im Kreis Siegen-Wittgenstein solche Äußerungen.
Deshalb hat das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein ein Angebot für alle entwickelt, die sich auf unterschiedliche Weise für die Geschichte ihrer Familien oder ihres Ortes, ihrer Höfe, interessieren.
Die Volkshochschule des Kreises Siegen-Wittgenstein wurde als Partner gewonnen.
Die Veranstaltung richtet sich also an Menschen, die z.B.
– Briefe, eine Familien- oder Schulchronik lesen,
– Geschäftsbücher auswerten,
– ein Ortsjubiläum vorbereiten,
– eine Dorfgeschichte verfassen wollen.
Anhand von ausgewählten Schriftstücken lesen und üben Sie die deutsche Kurrentschrift.
Bitte mitbringen: Papier, Bleistift und Radiergummi.