10. Detmolder Sommergespräch

Unter dem Titel „Genealogie, Verwaltung und Archive – vertrauenswürdige Informationen im Austausch“ findet am 14.9.2017 das 10. Detmolder Sommergespräch statt , veranstaltet vom Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe. Das Tagungsprogramm finden Sie hier. In drei Sektionen werden die folgenden Aspekte behandelt:

– Vertrauen in (elektronische) Personenstandsregister. Zehn Jahre Personenstandsgesetz.
– Alles was Recht ist – Rechtssicherheit durch amtliche Dokumente und rechtssichere Nutzung von amtlichen Dokumenten?
– Wissen teilen und vermehren: Daten für/von Nutzer/-innen. In dieser Sektion kommen besonders die Familienforscher mit den Crowdsourcing-Projekten zu Wort. Bettina Joergens, die Organisatorin des Tages, berichtet über ihre Teilnahme an der Konferenz über Jüdische Genealogie in Orlando, Florida.

Die Tagung ist kostenlos, es wird eine verbindliche Anmeldung zur Tagung und zur Führung im LWL-Freilichtmuseum gebeten. Anschrift: Willi-Hofmann-Str. 2, 32756 Detmold, E-Mail: owl@lav.nrw.de.

Juden in Westfalen und Lippe (JuWeL): ein Online-Projekt, bei dem Mitmachen erwünscht ist!


„JuWeL”: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein großangelegtes Online-Projekt zur Familiengeschichte der Juden in Westfalen und Lippe. Das Landesarchiv NRW, der Verein für Computergenealogie (CompGen) und die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) haben eine Plattform geschaffen, auf der familien- und ortsgeschichtlich Interessierte die jüdischen Personenstandsregister des 19. Jahrhunderts vom heimischen Schreibtisch aus erschließen können. Auf dem 7. Westfälischen Genealogentag in Altenberge bei Münster startete das Projekt im März 2017. Nach drei Monaten haben die freiwilligen Teilnehmer bereits die  Erfassung der Geburten, Heiraten und Todesfälle der Register aus dem Regierungsbezirk Münster abgeschlossen und insgesamt 18.809 Personendatensätze angelegt, die online recherchierbar sind (s. http://juwel.genealogy.net).

Freigeschaltet sind nun auch die Register aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die nächste Etappe ist somit gestartet. Jeder Interessierte kann sich auf der Projektseite anmelden und beteiligen, wobei er entweder einen bestimmten Ort ansteuern oder sich vom System einfach die nächste noch unbearbeitete Seite vorlegen lassen kann. Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Erfahrung mit dem Lesen alter Handschriften, die für Familien- und Heimatforscher aber ohnehin unabdingbar ist. Unterstützt werden die Teilnehmer von den Administratoren Thomas Dickel und David Merschjohann.

Die Juden- und Dissidentenregister, in denen von 1815 bis zur Einführung der Standesämter 1874 die Geburten, Heiraten und Sterbefälle jener Einwohner Westfalens und Lippes registriert wurden, die nicht den Amtskirchen angehörten, sind fast vollständig und flächendeckend am Standort Detmold des Landesarchivs NRW erhalten. Das ist deutschlandweit eine Besonderheit. Bereits im vergangenen Jahr hat das Landesarchiv digitale Kopien der Register ins Netz gestellt und damit die Grundvoraussetzung für das Projekt geschaffen (www.lav.nrw.de).

Quelle: Landesarchiv NRW, Pressemitteilung v. 22.06.2017

Online-Erschließung der Juden- und Dissidentenregister (JuWel) in Westfalen und Lippe

Reblog von compgen.de (Link s.u.)

Am 07. Februar 2017 unterzeichneten im Landesarchiv in Detmold Wolfgang Bockhorst (WGGF), Marie-Luise Carl (CompGen) und Frank Bischoff (Landesarchiv NRW) den Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Online-Erschließung der Juden- und Dissidentenregister (JuWel).

Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen und Lippe

Das Interesse des Staates am Personenstand erstreckte sich im 19. Jahrhundert zunehmend auch auf nicht-christliche bzw. nicht den Amtskirchen angehörende Personen, insbesondere Juden, Dissidenten und Quäkern. Die Einführung von Judenregistern variierte von Territorium zu Territorium: Im französischen Königreich Westphalen wurden für Juden gesonderte Zivilstandsregister geführt, im Großherzogtum Berg nicht. Im Bereich des zum Großherzogtum Hessen gehörenden ehemaligen kurkölnischen Herzogtums Westfalen galt die Verordnung von 1804, wonach die Pfarrer gesonderte Judenregister zu führen hatten. In Lippe wurde dies 1809 angeordnet. Auch in der preußischen Zeit ab 1815 war die Führung von Judenregistern unterschiedlich, bis 1822 und 1847 Regelungen zur einheitlichen Führung von Judenregistern getroffen wurden. Demnach mussten die Register der Juden an die Gerichte abgegeben werden. Ähnliches galt ab 1847 für Quäker und Dissidenten (»geduldete Religionsgemeinschaften«). Mit der Einführung des Standesamtswesens und der Personenstandsgesetze im Jahr 1874/75 endete die nach Konfessionen getrennte Registerführung. Weiterlesen

Tagungsband zu den Detmolder Sommergesprächen 2015 erschienen

Familiengeschichten, Schatztruhen und andere Archive

Welche Bedeutung haben das Aufbewahren, Sichern und Überliefern
oder Vernichten von Unterlagen, Gegenständen und Informationen
für die Gegenwart oder die Nachwelt insbesondere in der Familienforschung? Geschichtsforschung, Heimat- und Regionalgeschichte sowie Genealogie funktionieren nicht ohne historische Unterlagen und Erinnerungsstücke. Dabei verweisen die Bestände öffentlicher Archive, privater Sammlungen und familiäre
Erzählungen meist wechselseitig aufeinander. Häufig führt erst die Verknüpfung der Informationen aus verschiedenen Quellen zu Erkenntnissen. Je nach Fragestellung stößt man aber bei der Recherche durchaus auf Lücken. Weiterlesen

Landesarchiv NRW stellt zentrale Quellen für die Familienforschung im Internet bereit.

Eine der größten Kundengruppe der Archive sind Familienforscherinnen und -forscher. Und diese benötigen für ihre Recherche Personenstandsdaten über Geburten, Heiraten und Sterbefälle – am liebsten online.
Das Landesarchiv NRW Abt. OWL startete deshalb im Frühjahr 2015 ein Projekt zur Digitalisierung von ca. 44.000 Sterbenebenregistern der Jahrgänge 1874 bis 1938 aus den drei westfälischen Regierungsbezirken in Kooperation mit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Deutschland („Mormonen“), eine Körperschaft des öffentlichen Rechts in NRW, kurz: FamilySearch (FS). FamilySearch hat aus theologischen Gründen ein lebhaftes Interesse an der Digitalisierung und Veröffentlichung von Personen(stands)daten und daher umfangreiche Erfahrungen mit solchen Digitalisierungsprojekten. Weiterlesen

Amtseinführung von Dr. Johannes Burkardt als neuer Leiter der Abteilung Ostwestfalen-Lippe des Landesarchivs NRW

Am 27. Juni 2016 wurde Dr. Johannes Burkardt (*1969) von der Leiterin der Kulturabteilung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Hildegard Kaluza, und dem Präsidenten des Landesarchivs NRW, Dr. Frank Bischoff, in sein Amt als neuer Leiter der Abteilung Ostwestfalen-Lippe eingeführt.
Nach dem Studium der Historischen Hilfswissenschaften, der neueren Geschichte und der mittellateinischen Philologie an der Universität Marburg, das er 1996 mit der Promotion zum Dr. Phil. abschloss, war Burkardt zunächst als Mitarbeiter der Bayerischen Benediktinerakademie sowie als Archivpfleger des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein tätig. Von 2001 bis 2003 leistete er ein Referendariat für den höheren Archivdienst im Staatsarchiv Münster und an der Archivschule Marburg ab. Im Anschluss daran nahm er verschiedene Aufgaben zuerst im Staatsarchiv Münster, dann in der Abteilung Westfalen des Landesarchivs NRW wahr, von 2004 bis 2015 als Leiter des Dezernats „Verwaltung und archivfachliche Dienste“. Ab 2015 leitete er das Technische Zentrum des Landesarchivs in Münster-Coerde. Weiterlesen

Register der Juden und Dissidenten Regierungsbezirk Arnsberg

burbachP5Findbuch und Digitalisate online

Seit dem 4. Mai ist das Findbuch  des Landesarchivs NRW, Abt. Ostwestfalen-Lippe online. Dieser Bestand enthält Personenstandsregister der Juden und Dissidenten (Angehörigen kleinerer christlicher Kultusgemeinden und konfessionsloser Personen) im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg sowie dazu gehörge Zweitschriften, Protokollakten und Beglaubigungsurkunden, außerdem einige Personenstandsregister von Dissidenten. Die Unterlagen des Bestandes, die ebenfalls online eingesehen werden können, stammen aus den Jahren 1808 bis 1874..
Aus dem Kreisgebiet sind folgende Orte vertreten:
Berleburg
Burbach
Ferndorf
Hilchenbach
Laasphe
Siegen

„Familienschätze“ im Landesarchiv NRW

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Rotraut Ilisch mit der Brosche, die sie in vierter Generation trägt.

Gabriele Sürig und Rotraud Ilisch, Vorstandsmitglieder der  Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung, haben eine Auswahl an Familienschätzen in einer Ausstellung zusammengestellt. Sie riefen die Mitglieder der Gesellschaft auf, ihre Familienschätze zu fotografieren und in zwei, drei Sätzen die Geschichte zu den Objekten aufzuschreiben. Was an Bildern und Geschichten zusammenkam, ist bis zum Jahresende in der Abteilung OWL des nordrhein-westfälischen Landesarchivs in Detmold zu sehen. Der Katalog ist über die WGGF zu beziehen.

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Rafael Greboggy: Tagungsbericht des 9. Detmolder Sommergesprächs am 26. August 2015

Familiengeschichten, Schatztruhen und andere Archive

Foto: Matthias Schulte, Landesarchiv NRW Facebook-Account, https://www.facebook.com/landesarchivnrw?fref=ts

Foto: Matthias Schulte, Landesarchiv NRW Facebook-Account, https://www.facebook.com/landesarchivnrw?fref=ts

Einführung
Zum 9. Detmolder Sommergespräch kommen knapp 100 Gäste in das Archiv, darunter Referenten aus Universitäten, historischen Vereinen, Archiven oder Museen. Die bunte Varietät der Redner führt zu vielfältigen Ansätzen bei Themen wie Familie und dem Archivieren. Und da man schon in den Genuss der Multiperspektivität kommt, kann man sich auch einem für Historiker schwierigen Thema widmen: Dem Vergessen.

Nach der Begrüßung durch FRANK M. BISCHOFF, dem Präsidenten des Landesarchivs NRW, beginnt der diskussionsreiche Tag mit einer Einführung von Dr. Bettina Joergens, Dezernatsleiterin des Landesarchivs NRW Abt. OWL und konzeptionell und organisatorisch Verantwortliche für die Detmolder Sommergespräche. Mit einer Reihe von Fragen, in denen sie nach Ursachen, Bedeutungen und Folgen des Aufbewahrens fragt, stellt sie die Aufgaben des Archivs einer bloß ökonomischen Betrachtung von Daten gegenüber. Sie veranschaulicht mit eigenen Zeugnissen, dass Quellen dazu verhelfen, sich mit Menschen über die Grenzen ihrer Lebensdauer hinweg in Beziehung zu setzen. Weiterlesen